Fall Maria L. Hussein K. entschuldigt sich bei Familie des Opfers
Hussein K.
Foto: Patrick Seeger/ dpaIm Prozess um den Sexualmord an der 19-jährigen Maria L. in Freiburg hat der Angeklagte gestanden, die junge Frau missbraucht, gewürgt und bewusstlos ins Wasser gelegt zu haben. Hussein K. entschuldigte sich bei der Familie des Opfers. "Das, was ich getan, darüber bin ich aus tiefstem Herzen traurig", sagte K. vor dem Landgericht Freiburg.
Die Studentin sei ihm zufällig begegnet, als er betrunken und bekifft am Flussufer der Dreisam entlang gegangen sei, sagte der Angeklagte. Er habe die 19-Jährige vom Fahrrad gestoßen, ihr den Mund zugehalten und schließlich mit seinem Schal gewürgt. Nach mehreren vergeblichen Versuchen, sie zu vergewaltigen, habe er sie mit der Hand missbraucht.
Weil er sich zuvor bei einem Fahrradsturz verletzt hatte, habe er sie schließlich in den Fluss gezerrt, um sein Blut von ihrem Körper zu waschen. Danach sei er geflohen.
Dem jungen Flüchtling wird zur Last gelegt, die Studentin im vergangenen Oktober in Freiburg vergewaltigt und ermordet zu haben. Die bewusstlose Frau ertrank im seichten Ufergewässer des Flusses Dreisam. Die Staatsanwaltschaft beantragte Sicherungsverwahrung für den Angeklagten.
Nachdem er während der etwa zehnmonatigen Untersuchungshaft keinerlei Angaben gemacht hatte, sagte K. zu Prozessbeginn überraschend doch aus. Er gab zu, bei seinem Alter gelogen zu haben.
K. erzählte auch von seinem Lebensweg: Er sei in Afghanistan geboren und aufgewachsen und mit etwa 13 Jahren nach Iran gekommen. Nach "Problemen mit der Polizei" flüchtete er in die Türkei, von dort nach Griechenland und dann nach Deutschland. Dort habe er nichts zu essen gehabt, von Abfällen und zeitweise ohne Obdach gelebt, sagte er.
Wegen einer Gewalttat an einer jungen Frau 2013 war er in Griechenland zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt, im Oktober 2015 aber vorzeitig gegen Auflagen entlassen worden und kurze Zeit später untergetaucht.
Für die Zeit in Deutschland berichtete K. von erheblichem Drogen- und Alkoholmissbrauch. Er habe über Monate mit Freunden Haschisch geraucht, getrunken und zweimal in der Woche auch Heroin konsumiert. K. war nach Angaben deutscher Behörden im November 2015 ohne Papiere nach Deutschland gekommen.