Missbrauchsfall in Staufen Staatsanwaltschaft fordert zwölf Jahre Haft für 33-Jährigen

Ein Spanier vergewaltigte einen Jungen aus dem Breisgau mehrfach. Dafür soll er zwölf Jahre ins Gefängnis, fordern Staatsanwaltschaft und Nebenklageanwältin.
Angeklagter im Landgericht Freiburg

Angeklagter im Landgericht Freiburg

Foto: Patrick Seeger/ dpa

Im Prozess gegen einen 33-Jährigen wegen des Missbrauchs eines Kindes in Staufen hat die Staatsanwaltschaft zwölf Jahre Gefängnis gefordert. Zudem solle unter Vorbehalt anschließende Sicherungsverwahrung angeordnet werden, sagte Staatsanwältin Nikola Novak vor dem Landgericht Freiburg.

Die Anwältin der Nebenklage, die das Missbrauchsopfer vertritt, forderte ebenfalls zwölf Jahre Haft sowie die sofortige Anordnung von Sicherungsverwahrung. Die Verteidigerin verzichtete auf konkrete Forderungen. Das Urteil will das Gericht am Montag verkünden.

Hintergrund

Angeklagt ist ein 33-Jähriger aus der Nähe von Barcelona. Er hat zugegeben, den damals in Staufen lebenden, heute zehn Jahre alten Jungen mehrfach vergewaltigt und dafür Geld gezahlt zu haben. Die Plädoyers waren nicht öffentlich. Als Grund nannte das Gericht Persönlichkeitsrechte.

Der Junge war mehr als zwei Jahre lang im Darknet angeboten und Männern aus dem In- und Ausland gegen Geld für Vergewaltigungen überlassen worden. Seine Mutter, Berrin T., und ihr wegen schweren Kindesmissbrauchs vorbestrafter Lebensgefährte, Christian L., werden dafür verantwortlich gemacht. Sie haben gestanden.

Der Spanier ist demnach einer der Männer, die sich an dem Jungen vergangen haben. Der psychiatrische Gutachter hatte dem Mann in dem Prozess ein sexuelles Interesse an Kindern und eine hohe Rückfallgefahr attestiert. Von dem Mann gehe daher eine Gefahr aus.

Parallel zu dem Prozess in Freiburg laufen gegen den Mann, der in Spanien bei einer Futtermittelfirma arbeitete, Mordermittlungen. Er steht im Verdacht, in Weißrussland ein Mädchen missbraucht und erdrosselt zu haben. Er bestreitet diese Vorwürfe.

In dem Missbrauchsfall gab es acht Festnahmen und Anklagen. Fünf Männer wurden bereits verurteilt. Das Urteil gegen die beiden Hauptbeschuldigten in dem Fall, Berrin T. und Christian L., soll am Dienstag gesprochen werden.

Video: Deckname "GeilerDaddy"

SPIEGEL TV
bbr/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.