Urteil im Freiburger Mordfall Lebenslang für Hussein K.?

Hussein K. soll die Studentin Maria L. vergewaltigt und sie anschließend ertrinken lassen haben. Im Mordprozess wird nun ein Schuldspruch gegen den Asylbewerber erwartet. Fraglich ist, ob noch Jugendstrafrecht gilt.
Freiburger Landgericht

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Foto: Patrick Seeger/ dpa

Im Prozess gegen Hussein K. will das Gericht nach mehr als einem halben Jahr Verhandlungsdauer am Vormittag (9.30 Uhr) das Urteil verkünden. Der vor der Jugendkammer des Landgerichts Freiburg Angeklagte hat die Tötung der Freiburger Studentin Maria L. gestanden, die Staatsanwaltschaft wirft ihm Mord und besonders schwere Vergewaltigung vor.

Das Gericht muss laut einem Sprecher entscheiden, ob es Jugend- oder Erwachsenenstrafrecht anwendet. Dies hat Auswirkungen auf die Höhe der Strafe. Zu Alter und Herkunft von Hussein K. gibt es widersprüchliche Angaben . Der Angeklagte hatte früher angegeben, zur Tatzeit erst 17 Jahre alt gewesen zu sein und aus Afghanistan zu stammen.

Im Video: Altersschwindel bei Flüchtlingen

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Überprüft wurden K.s Angaben nicht, wie Behördenvertreter vor Gericht einräumten. K. lebte bei einer Pflegefamilie und gab später zu, bei seinem Alter gelogen zu haben. Gutachten im Prozess zufolge war er zum Zeitpunkt der Tat mindestens 22 Jahre alt. Dies hätte Erwachsenenstrafrecht zur Folge.

Der Staatsanwalt hatte in seinem Plädoyer Erwachsenenstrafrecht, eine lebenslange Haftstrafe mit anschließender Sicherungsverwahrung sowie das Feststellen der besonderen Schwere der Schuld gefordert . Damit wäre eine vorzeitige Freilassung nach 15 Jahren Haft nahezu ausgeschlossen. Der Vertreter der Nebenklage, der die Eltern der getöteten Studentin vertritt, hatte sich der Forderung angeschlossen.

Hintergrund

Im Prozess hatte Asylbewerber K. zugegeben, im Oktober 2016 nachts in Freiburg eine 19 Jahre alte Studentin bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt und vergewaltigt zu haben. Sie ertrank im Wasser des Flusses Dreisam. K. wurde rund sieben Wochen nach der Tat festgenommen.

Der überregional beachtete Prozess hatte Anfang September 2017 begonnen. Rechtspopulistische Gruppierungen versuchten, den Tod der jungen Frau zu instrumentalisieren. Die Beteiligten mühten sich, die Debatte aus dem Gerichtssaal herauszuhalten. Oberstaatsanwalt Eckart Berger sagte: "Es sitzt hier ein Straftäter auf der Anklagebank und nicht die Flüchtlingspolitik."

Für Sebastian Glathe, Pflichtverteidiger des angeklagten Flüchtlings, war es "ein hochemotionaler Prozess". Er nannte in seinem Plädoyer kein konkretes Strafmaß, lehnte aber Sicherungsverwahrung ab - und regte eine Drogentherapie sowie Angebote der Resozialisierung für seinen Mandaten an.

Trauer am Tatort an der Dreisam

Trauer am Tatort an der Dreisam

Foto: Patrick Seeger/ dpa


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apr/dpa
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