Vergewaltigungsfall in Freiburg Gegen Verdächtigen lag bereits Haftbefehl vor

Gegen einen der mutmaßlichen Täter im Freiburger Vergewaltigungsfall lag laut Innenministerium bereits ein Haftbefehl vor. Dieser wurde aber aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sofort vollzogen.

Mutmaßlicher Tatort im Industriegebiet Nord in Freiburg
DPA

Mutmaßlicher Tatort im Industriegebiet Nord in Freiburg


Gegen einen der mutmaßlichen Täter im Fall der Gruppenvergewaltigung einer 18-Jährigen in Freiburg lag laut Angaben des Innenministeriums bereits ein Haftbefehl vor. Dieser sollte "aus polizeitaktischen Gründen im Zusammenhang mit einer weiteren strafprozessualen Maßnahme zeitnah vollzogen werden", sagte ein Sprecher des Ministeriums, Carsten Dehner, dem SPIEGEL.

Bei dem Mann handele es sich um den Hauptverdächtigen in dem Vergewaltigungsfall. Weswegen der erste Haftbefehl ausgestellt wurde, wollte Dehner nicht sagen. Dem Ministerium zufolge ist es nicht ungewöhnlich, dass ein Haftbefehl aus ermittlungstaktischen Gründen nicht immer sofort vollzogen wird.

Eine 18 Jahre alte Studentin soll nach einem Diskobesuch in Freiburg in der Nacht zum 14. Oktober von mehreren Männern vergewaltigt worden sein. Acht Männer sitzen in Untersuchungshaft, sieben Syrer im Alter von 19 bis 29 Jahren und ein 25 Jahre alter Deutscher. Die Polizei prüft, ob es weitere Verdächtige gibt. Eine 13-köpfige "Ermittlungsgruppe Club" arbeitet mit dem Landeskriminalamt in Stuttgart zusammen.

Das Opfer hatte eigenen Angaben zufolge in einer Freiburger Diskothek mit einer Freundin gefeiert und von einem unbekannten Mann ein Getränk erhalten. Gegen Mitternacht habe die Frau den Club mit dem Mann verlassen. Durch eine unbekannte Substanz, die dem Getränk beigemischt wurde, sei sie wehrlos gewesen.

In einem nahen Gebüsch kam es dann nach Darstellung der Frau zu einem sexuellen Übergriff durch einen der mutmaßlichen Täter. Anschließend sollen sich auch seine Begleiter an ihr vergangen haben. Die Tatverdächtigen sollen den Behörden wegen anderer Straftaten bereits bekannt sein. Die meisten von ihnen lebten in Flüchtlingsunterkünften in und um Freiburg, hieß es.

Für den Abend werden mehrere hundert Demonstranten in Freiburg erwartet, aufgerufen hat die AfD. Zugleich wurden Gegendemonstrationen angekündigt.

ala/dpa



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