Angeklagter im Fall Maria L. Hussein K. will aussagen

Im Mordprozesses um die getötete Studentin Maria L. will der Angeklagte Hussein K. sich auch zur Tat äußern. Die Öffentlichkeit wird teilweise ausgeschlossen.

Hussein K.
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Hussein K.


Im Prozess um die Vergewaltigung und Ermordung er 19-jährigen Studentin Marie L. in Freiburg hat der Anwalt des Angeklagten Hussein K. überraschend angekündigt, dass sein Mandant aussagen wolle. "Mein Mandant wird sich sowohl zur Person wie auch zur Sache äußern", sagte sein Verteidiger zu Prozessbeginn.

Dabei wird die Öffentlichkeit teilweise ausgeschlossen. Die Zuschauer müssten den Saal verlassen, während der Beschuldigte unter anderem Angaben zu seiner Sexualbiografie mache, sagte die Vorsitzende Richterin. Weitere Angaben zur Person des Angeklagten würden jedoch öffentlich besprochen.

Während der etwa zehnmonatigen Untersuchungshaft hatte K. keinerlei Angaben gemacht. Dem jungen Flüchtling wird zur Last gelegt, die 19-jährige Maria L. im vergangenen Oktober in Freiburg vergewaltigt und ermordet zu haben. Die bewusstlose Frau ertrank im seichten Ufergewässer des Flusses Dreisam, wo der Täter sie nach der Vergewaltigung abgelegt haben soll. Die Staatsanwaltschaft beantragte Sicherungsverwahrung für den Angeklagten.

K., der eigenen früheren Angaben zufolge aus Afghanistan stammt, wurde im Dezember 2016 gefasst. Seine Identität ist unklar, ebenso wie sein genaues Alter. Angeklagt ist er vor der Jugendkammer, kann jedoch je nach Bewertung des Gerichts auch nach Erwachsenenstrafrecht verurteilt werden. Während K. angibt, zur Tatzeit 17 Jahre alt gewesen zu sein, hält die Staatsanwaltschaft ihn für mindestens 22; zwei Altersgutachten sollen dies im Laufe des Prozesses untermauern.

Der Fall hatte bundesweit für großes Aufsehen gesorgt. Auch am Prozesstag war das Publikumsinteresse riesig: Bereits zwei Stunden vor Beginn der Verhandlung standen die Zuschauer vor dem Landgericht Schlange.

Nach der Festnahme von K. stellte sich heraus, dass er in Griechenland vor seiner Flucht nach Deutschland eine 20-jährige Frau fast umgebracht hatte. Er kam in Haft, wurde im Zuge einer Amnestie aber wieder freigelassen. Dann tauchte er unter und 2015 als angeblich minderjähriger Flüchtling unerkannt in Deutschland wieder auf.

Für den Prozess sind zunächst 16 Verhandlungstage anberaumt. Das Urteil könnte frühestens im Dezember fallen. Gehört werden sollen 45 Zeugen sowie zehn Sachverständige.

asa/dpa

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