Anklage in Mannheim Händler soll 57.000 Fahrräder aus China geschmuggelt haben

Es geht um einen Schaden von 2,5 Millionen Euro: Ein Fahrradhändler aus dem Raum Freiburg soll Zehntausende Räder aus China nach Deutschland geschmuggelt haben - über einen Zeitraum von neun Jahren.


Die Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen den Inhaber eines Fahrradhandels aus dem Raum Freiburg erhoben - wegen eines millionenschweren Schmuggels von Rädern. Der 46-Jährige habe gemeinsam mit zwei Komplizen den deutschen Staat um mindestens 2,5 Millionen Euro betrogen, teilte die Schwerpunktstaatsanwaltschaft Wirtschaftskriminalität in Mannheim mit.

Er habe sich des gewerbsmäßigen Schmuggels in 82 Fällen schuldig gemacht und sei wegen Fluchtgefahr in Untersuchungshaft, so die Ermittler. Anklage erhoben wurde vor der Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Mannheim. Ob und wann es dort zum Prozess kommt, ist nach Angaben eines Sprechers noch unklar.

Die Taten ereigneten sich den Angaben zufolge von Oktober 2006 bis November 2015. Der Fahrradhändler habe mehr als 57 000 Fahrräder aus China nach Deutschland geschmuggelt, ohne Zoll und Steuern zu zahlen. Hierfür habe er falsche Angaben gemacht, unwahre Frachtpapiere ausgestellt und Einfuhrunterlagen gefälscht.

Den Ermittlern zufolge gab er an, die Räder seien unter anderen aus Malaysia. So sparte er sich den für China geltenden Antidumpingzoll von 48,5 Prozent.

wit/lba/dpa



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