"Ich bin eine Bombe"-Shirt Freispruch für Mutter des kleinen Jihad

"Ich bin eine Bombe" - weil sie ihrem dreijährigen Sohn ein T-Shirt mit diesem Spruch angezogen hatte, stand eine Mutter in Frankreich vor Gericht. Jetzt wurde sie freigesprochen: Eine Verurteilung wegen Verherrlichung eines Verbrechens sei nicht möglich, hieß es.


Paris - Darf eine Mutter ihrem dreijährigen Sohn ungestraft ein T-Shirt mit den Sätzen "Ich bin eine Bombe" und "Jihad, geboren am 11. September" anziehen? Sie darf, entschied jetzt ein Gericht im französischen Avignon: Eine Verurteilung wegen Verherrlichung eines Verbrechens sei nicht möglich. Es sei nicht nachweisbar, dass mit den Sprüchen die Terroranschläge vom 11. September 2001 gepriesen werden sollten.

Die Staatsanwaltschaft und das Kindergartenpersonal hatten das ganz anders gesehen. Sie wollten es nicht als Ausrede gelten lassen, dass der kleine Jihad wirklich an einem 11. September geboren wurde. Das Kind sei feige an die Front des hasserfüllten Spotts geschickt worden, sagte Anklagevertreter Olivier Couvignon während der mündlichen Verhandlung. Für die Mutter und ihren mitangeklagten Bruder empfahl er eine Geldstrafe von insgesamt 4000 Euro. Eindeutig sei der Bezug des T-Shirt auf die Anschläge mit 3000 Toten.

Das Gericht hielt sich jedoch an das Motto "Im Zweifel für den Angeklagten". Die Mutter und ihr mitangeklagter Bruder hatten die Vorwürfe vehement bestritten und von einem Missverständnis gesprochen. "Für mich ist das sein Vorname und sein Geburtsdatum", kommentierte die 35-jährige Mutter. Sie habe nicht weiter über die Aufschrift des von ihrem Bruder mitgebrachten T-Shirts nachgedacht. Der Anwalt des Mannes argumentierte zudem, T-Shirts mit dem Satz "Ich bin eine Bombe" gebe es in mehreren Läden in Avignon offiziell zu kaufen. Der 29-Jährige wurde ebenfalls freigesprochen.

Stadtvertreter nannten das Urteil am Mittwoch ein "Eingeständnis von Schwäche". Es erwecke den Eindruck, dass alles erlaubt sei, kommentierte Bürgermeister Thierry Lagneau nach Angaben der französischen Nachrichtenagentur AFP. Der Bruder der Mutter zeigte sich hingegen zufrieden und erleichtert. Er und seine Familie hatten auch bestritten, dass der Name Jihad eine Anspielung auf den heiligen Krieg der Muslime zur Verteidigung und Ausbreitung des Islams (Dschihad) sei. Er sei in der arabischen Welt weit verbreitet, wurde betont.

rls/dpa/AFP



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cashcows_return 10.04.2013
1.
Zitat von sysop"Ich bin eine Bombe" - weil sie ihrem dreijährigen Sohn ein T-Shirt mit diesem Spruch angezogen hatte, stand eine Mutter in Frankreich vor Gericht. Jetzt wurde sie freigesprochen: Eine Verurteilung wegen Verherrlichung eines Verbrechens sei nicht möglich, hieß es. Freispruch für Mutter von Kind mit "Ich bin eine Bombe"-Shirt - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/panorama/justiz/freispruch-fuer-mutter-von-kind-mit-ich-bin-eine-bombe-shirt-a-893643.html)
Alles kein Problem, solange man nicht seine ehrliche Meinung zu so etwas sagt, denn das wäre dann Volksverhetzung und gäbe bestimmt keinen Freispruch. Also im Westen nichts Neues. Doch: Gestern stand zu lesen, das Kamel, das Hollande in Mali geschenkt bekommen hatte und das er so oft wie möglich zu reiten gelobte, sei im Kochtopf gelandet. Da fragt man sich, wie er sich nun angemessen durch die Vororte französischer Großstädte bewegen will?
laurent1307 10.04.2013
2.
Blödheit steht nach wie vor nicht unter Strafe, denn sonst müssten 1/3 der Menschheit hinter Gitter!
Zenturio.Aerobus 10.04.2013
3. Klapsmühle
Anstatt einer Geldstrafe hätte ich beantragt, die "Mutter" des kleinen Jungen in die Klapsmühle zu stecken.
viscabarca 10.04.2013
4. Geil !
Ist doch Witzig :-)
ron_ben_david 10.04.2013
5. ?
Zitat von Zenturio.AerobusAnstatt einer Geldstrafe hätte ich beantragt, die "Mutter" des kleinen Jungen in die Klapsmühle zu stecken.
Und mit welcher Begründung?
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