Moskau Fremdenfeindliche Krawalle nach Mord an jungem Russen

Tausend Randalierer haben im Süden Moskaus Polizisten und das Wachpersonal eines Marktes attackiert. Die Angreifer waren auf der Suche nach dem Mörder eines jungen Russen.

Demonstranten stürmen einen Markt in Moskau: 380 Festnahmen
REUTERS

Demonstranten stürmen einen Markt in Moskau: 380 Festnahmen


Moskau - Nach dem Mord an einem jungen Mann hat eine aufgebrachte Menge einen Wochenmarkt im Süden der russischen Hauptstadt gestürmt, Polizisten und Wachmänner angegriffen. Die rund 1000 Randalierer schlugen zudem Fensterscheiben ein und kippten Autos um. Sie suchten nach dem Mörder des jungen Russen.

Der 25-Jährige war am Donnerstag auf offener Straße erstochen worden, als er seine Freundin vor Belästigungen schützen wollte. Der Täter konnte fliehen. Er könnte der Polizei zufolge ein Fremdarbeiter aus Zentralasien oder dem Kaukasus sein.

Auf dem Markt sind zahlreiche Migranten beschäftigt. Der Mob wollte den Mord an einem jungen Russen offenbar rächen. Die Demonstranten riefen Parolen wie "Russland den Russen". Rund 380 Beteiligte sind von einer Sondereinheit festgenommen worden, wie die Agentur Interfax mitteilte.

Da einzelne Krawalle am späten Abend andauerten, blieb die Polizei in Bereitschaft. Bei einem Treffen mit Polizeichef Anatoli Jakunin kündigte Innenminister Wladimir Kolokolzew ein hartes Durchgreifen an. Zudem forderte er eine schnelle Aufklärung des Mordes.

In der Vergangenheit war es in Russland immer wieder zu nationalistisch motivierten Konflikten zwischen Radikalen und Migranten gekommen.

kha/AFP/dpa

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