Anschläge auf Marathon Freund von Boston-Bomber Zarnajew zu sechs Jahren Haft verurteilt

Ein Studienfreund des Attentäters vom Boston-Marathon, Dias Kadyrbajew, ist wegen Behinderung der Justiz zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Er entschuldigte sich vor Gericht für sein Handeln.

Angeklagter Dias Kadyrbajew: sechs Jahre Haft wegen Behinderung der Justiz
AP

Angeklagter Dias Kadyrbajew: sechs Jahre Haft wegen Behinderung der Justiz


Drei Tage nach dem Terroranschlag auf dem Boston-Marathon ließ Dias Kadyrbajew einen Rucksack mit Feuerwerkskörpern sowie einen Computer aus dem Zimmer seines Studienkollegen Dschochar Zarnajew verschwinden.

Außerdem soll er der Polizei verschwiegen haben, dass er vom Verdacht gegen seinen Freund im Zusammenhang mit dem Terroranschlag vom 15. April 2013 mit drei Toten und 260 Verletzten wusste.

Jetzt ist der 21-Jährige wegen Behinderung der Justiz zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Nach Verbüßen der Strafe soll der gebürtige Kasache abgeschoben werden.

"Die Unterschlagung und Zerstörung von Beweismitteln kann schwerwiegende Folgen für den Verlauf der Ermittlungen haben", sagte Generalstaatsanwältin Carmen Ortiz aus dem US-Bundesstaat Massachusetts. Kadyrbajew habe wissentlich Beweise vernichtet und müsse nun die Konsequenzen tragen.

"Er hatte einen schrecklichen, vorübergehenden Ausfall seines Urteilsvermögens, wofür er einen hohen Preis bezahlt hat", sagte Kadyrbajews Anwalt. "Dias und sein Familie sind dankbar, die Sache zu einem Ende zu bringen, sodass die Opfer, ihre Familien und die Gemeinschaft damit fortfahren können, sich von diesem tragischen Ereignis durch die Hände der Zarnajew-Brüder zu erholen."

Der Vater des Angeklagten, Murat Kadyrbajew (links), war ins Gericht gekommen
AP/dpa

Der Vater des Angeklagten, Murat Kadyrbajew (links), war ins Gericht gekommen

Der Kasache hatte sich in dem Prozess schuldig bekannt. Eine drohende Haftstrafe von bis zu 20 Jahren war auf eine Höchststrafe von bis zu sieben Jahren reduziert worden. Der 21 Jahre alte Dschochar Zarnajew war vergangenen Monat zum Tode verurteilt worden.

Am Dienstag erschoss die Polizei in Boston einen Terrorverdächtigen, der mit einem großen Messer bewaffnet gewesen sein soll. Einem Polizeisprecher zufolge weigerte sich der Mann mehrfach, das Militärmesser abzulegen, sagte Polizeisprecher William Evans. Gegen den Erschossenen habe schon länger Verdacht auf Terrorismus bestanden.

ala/dpa



insgesamt 19 Beiträge
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Seite 1
unixv 03.06.2015
1. entschuldigte sich vor Gericht für sein Handeln?
und wird jetzt im Knast so richtig Radikalisiert! Wer glaubt das Gefängnis die innere Einstellung ändert, der glaubt auch an den Weihnachtsmann!
surffreak2000 03.06.2015
2. Strafe
Das Gefängnis soll nicht die Einstellung ändern sondern eine Strafe sein. Das wird sehr oft vergessen !
pirx64 03.06.2015
3.
Zitat von unixvund wird jetzt im Knast so richtig Radikalisiert! Wer glaubt das Gefängnis die innere Einstellung ändert, der glaubt auch an den Weihnachtsmann!
Genau, deswegen überhaupt niemanden mehr in den Knast, alle nur mit erhobenem Zeigefinder ein dududu zurufen.
brooklyner 03.06.2015
4.
Zitat von surffreak2000Das Gefängnis soll nicht die Einstellung ändern sondern eine Strafe sein. Das wird sehr oft vergessen !
Beschäftigen Sie sich erst einmal mit der unterschiedlichen Auslegung von Schuld und Sühne in den USA und Deutschland, bevor Sie hier solchen Unsinn verbreiten. Sie würden wahrscheinlich auch einen deutschen Richter mit "Euer Ehren" ansprechen...
Fred Widmer 03.06.2015
5. Irrsinnige Gehirnwäsche der Menschen
In Angesicht des fortgesetzten Staatsterrorismus der USA mit 100,000'en Toten in den letzten 10 Jahren, bei dem die Täter üblicherweise bejubelt und befördert werden, bekommt nun ein Junge, der aus seiner Sicht einen kleinen Freundschaftsdienst leistete aber sonst völlig unbedeutend ist, 6 Jahre Gefängnis aufgebrummt. Wie war eigentlich die Strafe für Oberst Klein für den von ihm herbeigeführten Tod von 150 Zivilisten? Wikipedia: "Ein Offizier der bei Kunduz stationierten Bundeswehreinheit forderte den Bombenabwurf mit teilweise falschen Angaben an; er wurde von zwei US-amerikanischen Flugzeugen ausgeführt." Ach ja: Beförderung zum Brigadegeneral (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/bundeswehr-oberst-georg-klein-zum-brigadegeneral-befoerdert-a-892278.html)! Krasse Welt!
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