Tödliche Attacke auf Fritz von Weizsäcker Verletzter Polizist schildert Ablauf des Angriffs

Ein Polizist versuchte noch, den tödlichen Angriff auf Fritz von Weizsäcker zu verhindern - und wurde selbst verletzt. In einem Interview beschreibt er den Messerkampf in Reihe eins mit drastischen Worten.

Gedenkort in der Berliner Schlosspark-Klinik: "mit klarer Tötungsabsicht angegriffen"
Catharina Ackenhausen/ Schlosspark-Klinik/ DPA

Gedenkort in der Berliner Schlosspark-Klinik: "mit klarer Tötungsabsicht angegriffen"


Ein Kriminalpolizist griff ein, als der 57-jährige Gregor S. auf Fritz von Weizsäcker losging. Durch sein Einschreiten beim tödlichen Angriff auf den Berliner Chefarzt und Sohn des früheren Bundespräsidenten erlitt der 33-Jährige schwere Verletzungen. Er war privat zu Gast auf dem Vortrag, bei dem von Weizsäcker angegriffen wurde.

Über den Angriff in der Schlosspark-Klinik in Berlin-Charlottenburg sprach er nun mit der "Bild"-Zeitung. Er habe tiefe Schnittwunden an den Händen sowie Verletzungen an Hals und Brust erlitten. Nach dem Vortrag des Mediziners habe er noch kurz mit von Weizsäcker gesprochen, berichtete der noch im Krankenhaus liegende Polizist.

"Der Täter erschien urplötzlich und griff gezielt und mit klarer Tötungsabsicht den Doktor an", sagte der Beamte dem Blatt. "Von Weizsäcker bewegte sich fluchtartig links an mir vorbei."

"Er hatte so enorme Kraft entwickelt"

Fritz von Weizsäcker, Sohn des früheren Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker, starb an den Halsverletzungen. Er wurde 59 Jahre alt. Der Tatverdächtige hatte ihn laut Polizei attackiert, weil er "wohl wahnbedingt" eine "allgemeine Abneigung gegen die Familie des Getöteten" hatte. Er wurde wegen einer "akuten psychischen Erkrankung" in eine geschlossene Psychiatrie eingewiesen. Die Kriminalpolizei ermittelt wegen Mordes und versuchten Mordes gegen den Mann aus Rheinland-Pfalz.

Der eingreifende Polizist sagte nun: Ihm sei klar gewesen, dass er habe handeln müssen. "Ich stellte mich vor den Angreifer, packte ihn an den Armen und griff in die Messerklinge hinein, um zu verhindern, dass er weiter auf den Arzt einstechen kann. Ich erlitt dabei tiefe Schnittwunden."

Der Angreifer habe sich losgerissen und ihn mit dem Messer an Hals und Brustkorb getroffen. "Ich nahm meine zweite Hand, um ins Messer zu greifen, um es ihm aus der Hand zu reißen. Bei dem Gerangel fielen wir beide über die Stühle der ersten Sitzreihe auf den Boden."

"Er hatte so enorme Kraft entwickelt, dass ich zunächst dachte, dass ich es nicht schaffen werde", sagte der Polizist, der wegen seiner Verletzungen bereits mehrfach operiert werden musste. Schließlich habe er dem Tatverdächtigen aber die Waffe entreißen können. Weitere Besucher des Vortrags griffen ein und überwältigten den Mann.

apr/dpa

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