Reaktionen zum Tod Fritz von Weizsäckers "Zutiefst erschüttert"

Entsetzen, Trauer, Wut: Nach dem gewaltsamen Tod Fritz von Weizsäckers in Berlin äußerten sich Familienmitglieder, Kollegen und Nutzer in den sozialen Medien.

Fritz von Weizsäcker (2 v.l.): "Ich habe ihn ungewöhnlich lieb gehabt"
DPA

Fritz von Weizsäcker (2 v.l.): "Ich habe ihn ungewöhnlich lieb gehabt"


Der Mediziner Fritz von Weizsäcker ist tot, er wurde während eines Vortrags an einer Berliner Klinik erstochen. Tatverdächtig ist ein 57-Jähriger, der am Dienstagabend als Gast zu der Veranstaltung in Charlottenburg gekommen sein soll. Noch sind seine Motive unklar, die Ermittlungen laufen.

Der Schock nach dem Verbrechen vor Publikum sitzt bei vielen tief. Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci von der SPD bekundete ihr Beileid, sie sei bestürzt über die Nachricht. Kalayci verurteile Gewalt gegen ÄrztInnen und Pflegekräfte "aufs Äußerste". Dass Menschen, die anderen helfen und Leben retten, so etwas passiere, erschüttere sie besonders. "Mein Dank und Respekt gilt den Teilnehmenden der Veranstaltung, die Zivilcourage gezeigt haben."

Paul Zinken/DPA

Der Klinikvorstand der Berliner Universitätsklinik Charité zeigte sich "zutiefst erschüttert". Die Tat sei während eines Vortrags für Laienpublikum geschehen und damit in einem Kontext, wie er auch an der Charité alltäglich sei, hieß es in einer Erklärung. Von Weizsäcker sei ein "geschätzter und befreundeter Kollege" gewesen. "Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen und den Kolleginnen und Kollegen der Schlosspark-Klinik."

Auch aus Berlin kamen Beileidsbekundungen: "Es ist ein entsetzlicher Schlag für die Familie von Weizsäcker, und die Anteilnahme der Bundeskanzlerin, sicher auch der Mitglieder der Bundesregierung insgesamt, gehen an die Witwe, an die ganze Familie", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert.

Die parteilose Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker wurde im Oktober 2015 selbst Opfer eines Messerangriffs, den sie schwerverletzt überlebte. Sie schrieb:

Die Schwester des Getöteten, Beatrice von Weizsäcker, postete auf Instagram das Bild eines Kreuzes und schrieb dazu: "Gib acht auf meinen Bruder..."

Einer der Cousins Fritz von Weizsäckers ist Ernst Ulrich von Weizsäcker, der für die SPD bis 2005 im Bundestag saß. "Ich fand ihn ganz wunderbar", sagte der 80-jährige Umweltwissenschaftler nun über seinen verstorbenen Vetter. "Ich habe ihn ungewöhnlich lieb gehabt." Erst kürzlich habe er ihn bei einer Familienfeier getroffen und sich sehr nett mit ihm unterhalten.

"So verdammt brutal"

Unter dem Hashtag #Weizsäcker drückten zahlreiche Menschen Trauer und Entsetzen über die Gewalttat aus. "Es ist so verdammt brutal, was einige Menschen anderen antun", schrieb ein User aus Bremen. Es falle schwer, solche Täter nicht zu hassen.

Sehr früh und, wie sich herausstellen sollte, ohne Grundlage wurde in den sozialen Medien über die Herkunft des mutmaßlichen Täters spekuliert - was deutliche Kritik hervorrief.

Der SPD-Politiker Karl Lauterbach betonte, er habe Fritz von Weizsäcker "trotz unterschiedlicher Positionen im Gesundheitssystem" sehr geschätzt. Lauterbach sprach von einem "feigen Mord" - eine Formulierung, der sich auch AfD-Frontfrau Alice Weidel bediente.

FDP-Chef Christian Lindner drückte via Twitter seine Betroffenheit über den gewaltsamen Tod seines Freundes aus. "Ich bin fassungslos und muss meine Trauer teilen. Einmal mehr fragt man sich, in welcher Welt wir leben."

Der Landesvorsitzende der Berliner FDP, Christoph Meyer, plädierte dafür, sich an Fritz von Weizsäcker nicht nur als Sohn des ehemaligen Bundespräsidenten zu erinnern, sondern "vor allem als passionierter Arzt und großartiger Mensch". Der 59-jährige Fritz von Weizsäcker hinterlässt seine Frau und drei gemeinsame Kinder.

ala/dpa



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