Fulda Tödliche Polizeischüsse auf Asylbewerber - Ermittlungen eingestellt

Im April erschoss ein Polizist einen 19-Jährigen, der in einer Bäckerei randalierte. Nun haben die Ermittlungen in dem Fall ergeben: Der Beamte handelte in Notwehr.

Bäckerei in Fulda (Archiv)
DPA

Bäckerei in Fulda (Archiv)


Die Ermittlungen gegen einen Polizisten nach den tödlichen Schüssen auf einen 19 Jahre alten Asylbewerber im hessischen Fulda sind eingestellt worden. Der Waffeneinsatz des Beamten im vergangenen Jahr sei durch Notwehr gerechtfertigt gewesen, teilte die Staatsanwaltschaft Fulda mit. Zur Aufklärung seien mehrere rechtsmedizinische Untersuchungen und Schussgutachten herangezogen worden.

Demnach trafen vier Schüsse aus der Dienstwaffe den jungen Mann, der an massivem Blutverlust starb. Laut den Ermittlungen hatte der Mann zuvor den Polizisten mit einem Schlagstock angegriffen.

Den Angaben zufolge hatte der 19-Jährige im April randaliert, einen Auslieferungsfahrer einer Bäckerei und anschließend eine Polizeistreife mit einem faustgroßen Stein angegriffen. Er verletzte den Fahrer und einen Beamten. Mit einem Schlagstock, den er dem Polizisten abnahm, habe er fliehen wollen. Der Polizist schoss dreimal, verfehlte aber.

Laut Staatsanwaltschaft griff der junge Mann daraufhin den Polizisten mit dem Schlagstock an. Der Beamte habe in schneller Folge acht weitere Schüsse abgegeben.

Direkt nach dem Vorfall war Kritik an der Polizei laut geworden. Unter anderem hatte der Vorsitzende des Ausländerbeirates Fulda, Abdulkerim Demir, erklärt, der Einsatz sei unangemessen eskaliert. Polizeipräsident Günther Voß hatte die Kritik zurückgewiesen.

wit/dpa



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