Coronafrust bei Fußball-EM Polizeigewerkschaft warnt vor Krawallen

Die Polizei als Spielverderber: Wenn bei der EM beim Feiern Abstände nicht eingehalten und Masken nicht getragen werden, müssen die Beamten eingreifen. Dann besteht erhöhte Gefahr für Frustrandale.
Polizisten kontrollieren Fußballfans in Aachen (Archivbild)

Polizisten kontrollieren Fußballfans in Aachen (Archivbild)

Foto: Oliver Berg/ dpa

Steigende Temperaturen, Lockerungen der Coronaregeln und dann auch noch Fußball: Während der bevorstehenden Europameisterschaft könnte es zu Krawallen kommen. Davor warnt der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft Rainer Wendt. Der »Neuen Osnabrücker Zeitung« sagte Wendt, neue Ausschreitungen seien zu erwarten und schafften zusätzlich neue Infektionsrisiken.

»Gefühlt ist für viele Menschen die Coronapandemie zu Ende. Wenn dann die Polizei einschreitet und auf Abstandsregeln und Maskentragen pocht, gilt sie als Spielverderber und kann leicht zum Ziel von Corona- und Fußball-Frust werden«, sagte er. Die EM, die in elf Städten gleichzeitig ausgetragen wird, beginnt am 11. Juni.

Wendt warnte insbesondere vor öffentlichen Ansammlungen und erheblichem Alkoholkonsum. »Da müssen starke Kräfte sichtbar präsent sein und konsequent durchgreifen, wenn gegen bestehende Vorschriften verstoßen wird.« Das gelte insbesondere für die Masken- und Abstandspflichten, gegen die in solchen Situationen erfahrungsgemäß »beharrlich und in hoher Zahl« verstoßen werde. »Niemand kann wollen, dass die EM zum Corona-Superspreader wird«, meinte Wendt.

kha/dpa