Betrugsverdacht Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Fynn Kliemann

Der Fall Fynn Kliemann erreicht die Strafjustiz: Die Staatsanwaltschaft Stade hat gegen den Musiker und Geschäftsmann ein Verfahren eingeleitet – wegen Betrugsverdachts.
Fynn Kliemann: Ermittlungen wegen Betrugsverdachts

Fynn Kliemann: Ermittlungen wegen Betrugsverdachts

Foto: Hauke-Christian Dittrich / dpa

Die Staatsanwaltschaft Stade ermittelt gegen Fynn Kliemann. Es geht um Betrugsverdacht im Kontext von Maskengeschäften, wie ein Sprecher der Behörde dem SPIEGEL auf Anfrage mitteilte. Zuvor hatte die »Wirtschaftswoche«  berichtet.

Kliemann und die Textilfirma Global Tactics waren Anfang Mai durch einen TV-Beitrag des Satirikers Jan Böhmermann im ZDF stark in die Kritik geraten.

Die Recherchen legen nahe, dass bei Geschäften der Textilfirma und unter Beteiligung Kliemanns im Jahr 2020 ganz bewusst das Produktionsland angebotener Schutzmasken verschwiegen wurde – denn die Masken kamen aus Asien statt wie versprochen aus Europa.

Worauf sich die Ermittlungen genau beziehen, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft nicht. Er teilte lediglich mit, dass man mindestens eine Anzeige gegen Kliemann erhalten habe. Kliemann selbst hat sich bisher nicht geäußert, eine Anfrage der Nachrichtenagentur dpa ließ er bislang unbeantwortet. Auch auf Fragen der »Wirtschaftswoche« antwortete nach Angaben des Magazins nicht.

Fynn Kliemann hatte sich nach den Enthüllungen mehrfach mit Details und Erklärungen zu dem Fall geäußert, unter anderem in einem Interview mit dem SPIEGEL . Die Rede war von Missverständnissen und Fehlern. Der Fall ist sehr kleinteilig.

Kliemann bestreitet jedoch, dass er an einer Verschleierung bei der Herkunft der Masken beteiligt gewesen sei. Er habe lediglich Kontakte hergestellt und sich vor allem mit seiner Bekanntheit, seinem Namen und unentgeltlich dafür eingesetzt, dass in der Pandemie schnell Masken hierzulande auf Großhandelsebene organisiert werden.

Allerdings ist unstrittig, dass Kliemann von vielen wichtigen Entscheidungen rund um die dubiosen Maskendeals, die unter seinem Namen passierten, wusste und an ihnen beteiligt war, wie Recherchen des SPIEGEL ergaben .

Kliemann bat seine Fans auf Instagram um Verzeihung und kündigte an, er werde bei sich aufräumen.

Kliemann erreicht auf Instagram und bei YouTube Hunderttausende Menschen. Er wurde mit Handwerkervideos bekannt. Er macht Musik, malt, verkauft Mode – und betreibt in Rüspel bei Bremen das »Kliemannsland«, ein Projekt für Kreative. Außerdem ist er Geschäftsmann, beispielsweise renoviert und vermietet er Ferienunterkünfte und ist an diversen Firmen beteiligt.

jpz/dpa
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