Reaktion auf G20-Fahndung Linksextreme veröffentlichen Fotos von Polizisten

Die Hamburger Polizei fahndet nach den Ausschreitungen beim G20-Gipfel öffentlich nach Verdächtigen. Linksextreme kamen den Ermittlern zuvor - und verbreiteten Fotos von Polizisten.
Ausschreitungen bei dem G20-Gipfel in Hamburg

Ausschreitungen bei dem G20-Gipfel in Hamburg

Foto: Fabrizio Bensch/ REUTERS

Als Reaktion auf eine große Fahndung nach mutmaßlichen Gewalttätern vom G20-Gipfel in Hamburg haben Linksradikale Fotos von 54 Polizisten veröffentlicht. Gleichzeitig drohten sie den Beamten auf der Internetseite indymedia.org indirekt.

"Wir freuen uns über Hinweise, wo sie wohnen oder privat anzutreffen sind", heißt es in dem Statement. Die Polizeigewerkschaften reagierten entsetzt und sprachen von einer Gefahr durch "linksextremistische Terroristen". Die Gewerkschaft der Polizei nannte die Zeilen "abscheulich". Die andere große Polizistenvertretung, die Deutsche Polizeigewerkschaft, forderte strafrechtliche Konsequenzen.

Polizei und Staatsanwaltschaft haben laut einem Sprecher 104 Bilder von Verdächtigen veröffentlicht, die während des G20-Gipfels in Hamburg Straftaten verübt haben sollen; auch Videos von Ausschreitungen stellten die Ermittler ins Netz. Die Aufnahmen sind in verschiedene Themenkomplexe aufgeteilt: Plünderungen, Stein- und Flaschenwürfe sowie Straftaten in den Straßen Elbchaussee, Rondenbarg und beim Aufmarsch "G20 Not Welcome!". Laut Staatsanwaltschaft geht es in den meisten Fällen um gefährliche Körperverletzung, schweren Landfriedensbruch oder Brandstiftung.

Nach den Ausschreitungen beim G20-Gipfel Anfang Juli fahndet eine Sonderkommission der Hamburger Polizei mit großem Aufwand nach den Tatverdächtigen. Die 165 Ermittler der Soko "Schwarzer Block" versuchen unter anderem, Verdächtige durch eine systematische Auswertung der bei den Ausschreitungen entstandenen Video- und Fotoaufnahmen zu identifizieren. Einem Sprecher zufolge leitete die Soko bereits 3340 Ermittlungsvorgänge ein.

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SPIEGEL ONLINE
jpz/dpa/AFP
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