Angeklagter in G20-Prozess Fabio V. verlässt Gefängnis - gegen 10.000 Euro Kaution

Der 18-jährige Fabio V. saß seit dem G20-Gipfel in einem Hamburger Gefängnis, er soll an Krawallen beteiligt gewesen sein. Nun ist er frei, steht aber weiter vor Gericht.

Demo vor dem Amtsgericht beim Prozessauftakt gegen Fabio V. (16. Oktober)
DPA

Demo vor dem Amtsgericht beim Prozessauftakt gegen Fabio V. (16. Oktober)


Mehr als vier Monate lang saß Fabio V. wegen der Krawalle beim G20-Gipfel in Untersuchungshaft, nun kommt der 18-Jährige vorerst auf freien Fuß. Die Anwältin des jungen Italieners habe die geforderte Kaution hinterlegt, sagte ein Gerichtssprecher.

Der Betrag von 10.000 Euro hatte zuvor auf V. selbst umgeschrieben werden müssen. Das war die Forderung des Hamburger Oberlandesgerichts gewesen, das am Freitag in letzter Instanz über die Frage der Untersuchungshaft entschieden hatte. Demnach muss die Kaution von Fabio V. persönlich hinterlegt werden. Zudem musste V. eine in Hamburg gemeldete Person als zustellungsbevollmächtigt angeben.

Der junge Italiener ist wegen schweren Landfriedensbruchs, versuchter gefährlicher Körperverletzung und tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte angeklagt, am 16. Oktober hat vor dem Amtsgericht Hamburg-Altona der Prozess begonnen.

Eine Rekonstruktion des Vorfalls lesen Sie hier:

Fabio V. soll am 7. Juli Teilnehmer eines Demonstrationszugs im Stadtteil Bahrenfeld gewesen sein, aus dem laut Ermittlern Steine und Pyrotechnik auf Polizisten flogen. Die Beamten gingen hart gegen die G20-Gegner vor, nahmen 73 von ihnen fest, 14 erlitten im Chaos zum Teil schwere Verletzungen.

Im Prozess gegen V. ging es zuletzt hitzig zu. Wann mit Plädoyers oder einem Urteil zu rechnen ist, ist noch nicht klar.

mxw



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