G20-Krawalle Viel weniger verletzte Polizisten als von der Polizei angegeben

Fast 500 verletzte Ordnungshüter, diese erschreckende Bilanz hat die Hamburger Polizei nach den G20-Krawallen gezogen. Nun stellt sich heraus: Mitgezählt wurden auch Kreislaufprobleme und Dehydrationen.
Erschöpfte Polizisten am Rande des G20-Gipfels

Erschöpfte Polizisten am Rande des G20-Gipfels

Foto: Sebastian Willnow/ dpa

Die Auseinandersetzungen zwischen gewaltbereiten Randalierern und der Polizei haben Hamburg über Tage in Atem gehalten. Allerdings sind währen der Ausschreitungen im Umfeld des G20-Gipfels wohl deutlich weniger Polizisten verletzt worden, als von der Polizei zunächst angegeben worden war.

Die bislang genannte Zahl von 476 verletzten Beamten (hier geht's zur Pressemitteilung der Polizei Hamburg ) beziehe sich nicht auf das von schweren Ausschreitungen geprägte Gipfelwochenende, sondern auf den erweiterten Einsatzzeitraum vom 22. Juni bis 10. Juli, sagte Polizeisprecher Holger Vehren.

In der "heißen" Einsatzphase - die am Tag vor dem Gipfel am 7. und 8. Juli begann und einen Tag danach endete - seien 231 Beamte verletzt gemeldet worden, teilte das bayerische Innenministerium mit. Es berief sich dabei auf Angaben der Einsatzleitung der Hamburger Polizei. Zuvor hatte das Portal "BuzzFeed" über die Zahlen berichtet und sich dabei auf eine Umfrage bei den Polizeien der Länder, der Bundespolizei sowie einzelnen Länder-Innenministerien berufen.

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Laut Polizeisprecher Vehren enthalten die Verletztenstatistiken außerdem auch einsatzbedingte Ausfälle, die nicht auf Gewalteinwirkung zurückgehen, etwa Dehydration, Kreislaufprobleme und weitere Erkrankungen. Auch die hohen Temperaturen während des Einsatzes hätten den Beamten zugesetzt und für Ausfälle gesorgt, die sich in der Statistik niedergeschlagen hätten.

"BuzzFeed" zufolge waren von den 476 verletzt gemeldeten Beamten 21 am Tag nach der Verletztenmeldung noch nicht wieder einsetzbar. Diese Zahlen bestätigte die Hamburger Polizei am Freitag nicht. Die Auswertung des größten Polizeieinsatzes in der Geschichte der Hansestadt sei noch nicht abgeschlossen. Offiziell als schwer verletzt wurden zwei Polizisten gemeldet.

beb/dpa