Strafvollzug In deutschen Gefängnissen wird der Platz knapp

Haftanstalten in allen Bundesländern sind überlastet. Das ergab einem Bericht zufolge eine Umfrage bei den Justizministerien. In einigen Ländern seien zudem die Angriffe auf das Gefängnispersonal gestiegen.
Häftling am vergitterten Fenster einer Zelle

Häftling am vergitterten Fenster einer Zelle

Foto: Felix Kästle/ dpa

In Deutschlands Gefängnissen wird einem Medienbericht zufolge der Platz knapp. Eine Umfrage der Zeitungen der Funke Mediengruppe bei den Justizministerien der 16 Bundesländer ergab eine Auslastung von bis zu 100 Prozent, so etwa in Baden-Württemberg. In Bayern, Rheinland-Pfalz, Berlin, Bremen, Hamburg und Rheinland-Pfalz lag die Auslastung demnach im vergangenen Jahr im Durchschnitt bei deutlich über 90 Prozent. Fachleute sprechen dem Bericht zufolge schon bei einer Auslastung von 85 bis 90 Prozent von Vollbelegung.

Mehrere Bundesländer meldeten zudem einen Anstieg der Angriffe auf das Gefängnispersonal. In Nordrhein-Westfalen zum Beispiel habe sich die Zahl der Tätlichkeiten im Zeitraum 2016 bis 2017 von 34 auf 72 mehr als verdoppelt. In Bayern sei die Zahl von 65 auf 50 zurückgegangen.

Eine Gruppe von Gefangenen - Islamisten - bereite dem Justizvollzug besondere Sorgen, heißt es in dem Medienbericht. In Hessen etwa habe sich ihr Anteil seit 2013 nach Auskunft der Behörden mehr als verdreifacht.

Der Bundesvorsitzende des Bundes der Strafvollzugsbediensteten Deutschlands, René Müller, sagte den Funke-Zeitungen, der Justizvollzug in Deutschland sei zur Zeit komplett überlastet. Unions-Fraktionschef Volker Kauder (CDU) forderte, die Zustände in deutschen Gefängnissen zu verbessern. "Der Strafvollzug darf nicht weiter vernachlässigt werden."

aar/dpa
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