Geheimdienstpanne Niederländischer Agent ließ Disketten liegen

Ein peinlicher Fehler ist einem Mitarbeiter des niederländischen Nachrichtendienstes AIVD unterlaufen: Der Mann vergaß in einem Mietwagen Datenträger, die Informationen über pikante Geheimoperationen enthalten. Jetzt haben Unbekannte die Disketten dem Fernsehen zugespielt.


Den Haag - Nach Angaben der Zeitung "de Volkskrant" enthalten die Disketten anscheinend Informationen unter anderem darüber, wie der AIVD Umweltschützer bespitzelt. Auch der populistische Politiker Pim Fortuyn, der vor rund drei Jahren ermordet wurde, war offensichtlich im Visier des Inlandsgeheimdienstes.

Nach Angaben des bekannten Fernsehjournalisten Peter de Vries sind auf den Disketten auch Dateien über das beobachtete Sexleben Fortuyns. Dem Kriminalreporter wurden die Disketten zugespielt, der jetzt in seiner sonntäglichen TV-Sendung darüber berichten will. Den Schlapphüten stellen sich nach Angaben des "Volkskrant" bei dieser Vorstellung die Haare auf: Die Behörde erwäge, gegen die Veröffentlichung des Geheimmaterials vorzugehen. De Vries versicherte dagegen, man werde sehr vorsichtig mit den Daten umgehen.

Die vergessenen Disketten sind nur ein weiterer Punkt in einer Reihe von Pannen der niederländischen Ermittler: Vor kurzem war einem anderen Agenten ein Laptop gestohlen worden. Ein einstiger Dolmetscher des Nachrichtendienstes steht unterdessen vor Gericht, weil er Dienstgeheimnisse an Terrorverdächtige ausgeplaudert haben soll.



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