Geiselnahme im Gefängnis Suhl Täter muss in Psychiatrie

Stundenlang hielt ein Häftling in Suhl eine Justizbeamtin in seiner Gewalt, Spezialkräfte beendeten die Geiselnahme unblutig. Nun hat ein Gericht entschieden: Der Täter leidet an Wahnvorstellungen und ist schuldunfähig.

Polizeieinsatz in der JVA Suhl-Goldlauter (Archiv): Geiselnahme im Gefängnis
DPA

Polizeieinsatz in der JVA Suhl-Goldlauter (Archiv): Geiselnahme im Gefängnis


Erfurt - Der Geiselnehmer, der zu Ostern eine Justizbeamtin im Gefängnis Suhl-Goldlauter in seine Gewalt gebracht hatte, muss in die Psychiatrie. Das Erfurter Landgericht befand den 52-Jährigen aufgrund von Wahnvorstellungen für schuldunfähig.

Der Mann hatte Ende März eine Justizbeamtin als Geisel genommen, weil er glaubte, man wolle ihn umbringen und sein Essen vergiften. Spezialeinsatzkräfte konnten ihn schließlich nach mehr als elf Stunden überwältigen. Er saß im Gefängnis, weil er im Oktober vergangenen Jahres seine 23 Jahre jüngere Ehefrau erstochen hatte.

Ein Psychiater bescheinigte dem Beschuldigten eine "drogeninduzierte Psychose". Der Konsum von Crystal habe bei ihm einen Verfolgungswahn ausgelöst. Das Gericht beurteilte den 52-Jährigen als gefährlich für die Allgemeinheit, bereits 1994 war er wegen Totschlags verurteilt worden.

hut/dpa



zum Forum...
Sagen Sie Ihre Meinung!

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.