Geldwäsche Helfer des Reemtsma-Entführers muss sechs Jahre in Haft

Er schaffte das Lösegeld ins Ausland: Das Aachener Landgericht hat einen Helfer des Reemtsma-Entführers Thomas Drach zu sechs Jahren Haft verurteilt. Der 59-Jährige hatte sich zu den Vorwürfen bekannt.

Aachen - Es war eines der spektakulärsten Verbrechen der vergangenen Jahre: Im Prozess um das verschwundene Lösegeld aus der Reemtsma-Entführung hat das Aachener Landgericht einen der Helfer des Entführers Thomas Drach zu sechs Jahren Haft wegen Geldwäsche verurteilt.

Das Gericht sah es am Freitag als erwiesen an, dass der 59-jährige Angeklagte insgesamt sechs Millionen Schweizer Franken sowie 250.000 Dollar ins Ausland transferierte, um die Herkunft des Geldes zu verschleiern. Er sei der strategische und konzeptionelle Kopf der Geldwäschebande gewesen, sagte der Richter in der Urteilsbegründung.

Der 59-Jährige hatte sich vor Gericht zu den Vorwürfen bekannt. Er hatte sich von Teilen des Lösegelds eine neue Existenz aufgebaut und war letztlich in Brasilien festgenommen worden.

Mit dem Urteil folgte das Gericht weitestgehend dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die sechseinhalb Jahre Haft beantragt hatte. Der Verurteilte kann gegen das Urteil noch Revision einlegen.

Der Multimillionär Jan Philipp Reemtsma war im März 1996 auf seinem Grundstück in Hamburg entführt worden. Nachdem ein Lösegeld in Höhe von 30 Millionen Mark gezahlt worden war, kam Reemtsma nach 33 Tagen Gefangenschaft wieder frei. Ein Teil der Lösegeldsumme war in Schweizer Franken gezahlt worden.

Der Haupttäter Thomas Drach wurde 1998 in Argentinien verhaftet und später in Deutschland zu 14 Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Auch mehrere Tatbeteiligte erhielten teilweise langjährige Haftstrafen. Vom Lösegeld sind bislang nur rund 1,3 Millionen Mark wieder aufgetaucht.

han/ddp

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