Kita in Gelsenkirchen Erzieherin soll Kind sexuell missbraucht haben

Die Staatsanwaltschaft Essen ermittelt wegen eines Sexualdelikts in einer Kindertagesstätte. Der Kita-Zweckverband des Bistums Essen hat Anzeige erstattet und die Mitarbeiterin mit sofortiger Wirkung freigestellt.
Land- und Amtsgericht Essen

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Foto: Bernd Thissen/ dpa

Eine Erzieherin soll in einer Gelsenkirchener Kita ein Kind sexuell missbraucht haben. Man ermittle wegen eines Sexualdelikts einer Erzieherin an einem Kind, bestätigte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Essen gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Nähere Details nannte sie mit Verweis auf den Opferschutz nicht.

Zuvor hatte die »WAZ« darüber berichtet  und als Quelle eine Mitteilung des Zweckverbands Katholische Tageseinrichtungen für Kinder im Bistum Essen (Kita-Zweckverband) genannt. Demnach habe der Verband am 18. August von den Vorwürfen erfahren und die pädagogische Fachkraft mit sofortiger Wirkung von ihrer Arbeit in einer Gelsenkirchener Kita freigestellt. Auch habe der Verband als Träger der betreffenden Kindertagesstätte Anzeige erstattet. Laut Staatsanwaltschaft erstattete zudem eine Privatperson am Montag in der Sache Anzeige bei der Polizei.

Nachdem man von dem Verdacht erfahren habe, habe man der Familie des betroffenen Kindes unmittelbar Unterstützungsangebote unterbreitet, heißt es aus dem Kita-Zweckverband. Alle Personen, die mit der Erzieherin im beruflichen Kontakt stünden, seien informiert worden. Wer in Sorge sei oder Beratung benötige, könne sich an die Ansprechpersonen für Verdachtsfälle sexuellen Missbrauchs im Bistum Essen wenden.

Um welche Kindertagesstätte es sich handelt, wie alt das betroffene Kind ist und was der pädagogischen Fachkraft genau vorgeworfen wird, wollte eine Sprecherin des Kita-Zweckverbandes mit Rücksicht auf das Persönlichkeitsrecht des Kindes und im Hinblick auf die Ermittlungen nicht kommentieren.

»Körperverletzung, Nötigung, Verletzung der Fürsorgepflicht« in Neuruppin

Wegen des Verdachts auf Gefährdung von Kindeswohl in einer Kindertagesstätte ermittelt auch die Staatsanwaltschaft in Neuruppin. Es gebe einen Anfangsverdacht gegen die Beschuldigten, aber noch keinen hinreichenden Tatverdacht, sagte Oberstaatsanwalt Torsten Sauermann der Deutschen Presse-Agentur. Möglicherweise gebe es eine Körperverletzung zum Nachteil von Kindern.

Die Stadtverwaltung hatte Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft gestellt. Am Donnerstagabend hatte Bürgermeister Nico Ruhle (SPD) mitgeteilt, dass der Kita-Führung gekündigt worden sei, weil es schwerwiegende Vorwürfe gegen die Leiterin und ihre Stellvertreterin gebe. »Es geht um Körperverletzung, Nötigung und Verletzung der Fürsorgepflicht.« Er betonte, dass keine Vorwürfe sexuellen Missbrauchs im Raum stünden.

Die »Märkische Allgemeine Zeitung« hatte zuvor  von Kindern berichtet, die mit blauen Flecken und Hautabschürfungen nach Hause gekommen seien. Bürgermeister Ruhle zufolge haben sich mehrere Erzieherinnen und Erzieher der Einrichtung Ende Juli mit einem Schreiben an die Stadtverwaltung gewandt. Kurz darauf habe es ein Personalgespräch mit der Leitung und ihrer Stellvertretung gegeben. Anfang August sei beiden die Kündigung ausgesprochen worden.

Die »Bild«-Zeitung zitiert eine Mutter , die davon berichtet, dass ihr Kind an den Stuhl gefesselt wurde, als es seinen Teller nicht leer essen wollte. Dann sei ihm das Essen gewaltsam eingeflößt worden. Eine andere berichtet von blauen Flecken an den Beinen ihrer Tochter.

mgo/dpa
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