Antisemitischer Aufmarsch vor Gelsenkirchener Synagoge Mann wegen Volksverhetzung zu Haftstrafe verurteilt

Er rief Hassparolen gegen Juden: Ein Teilnehmer eines antisemitischen Aufmarsches vor einer Gelsenkirchener Synagoge ist zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Die jüdische Gemeinde begrüßt das Urteil.
Polizeiauto vor der Gelsenkirchener Synagoge: Mehrjährige Haftstrafe für einen Teilnehmer des Aufmarsches

Polizeiauto vor der Gelsenkirchener Synagoge: Mehrjährige Haftstrafe für einen Teilnehmer des Aufmarsches

Foto:

Roberto Pfeil / dpa

Im vergangenen Mai kam es vor einer Synagoge in Gelsenkirchen zu einem antisemitischen Aufmarsch. Die Polizei stellte mehrere Strafanzeigen. Nun ist ein Teilnehmer wegen Volksverhetzung und weiterer Delikte verurteilt worden.

Das Amtsgericht Gelsenkirchen sah es als erwiesen an, dass der 30-Jährige am 12. Mai unter anderem Hassparolen gegen Juden gerufen hatte, und verurteilte ihn zu einer Gesamthaftstrafe von drei Jahren und neun Monaten. Die antisemitische Demonstration hatte bundesweit Entsetzen ausgelöst.

Die nicht zur Bewährung ausgesetzte Gesamtstrafe für den in Gelsenkirchen geborenen und bereits mehrfach verurteilten Mann setzt sich laut Gerichtssprecher aus der Verurteilung wegen Volksverhetzung sowie Körperverletzung, Fahren ohne Führerschein und Betrugs zusammen. Auch der WDR  berichtet über das Urteil.

Der Richter habe bei der Urteilsverkündung klare Worte gefunden und von einer »verabscheuungswürdigen Tat« gesprochen, sagte der Direktor des Amtsgerichts. Besonders vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte habe die Demo von rund 180 Menschen an der Synagoge mit den gegrölten Hassparolen in der jüdischen Gemeinde »Angst und Schrecken« verbreitet.

Die Vorsitzende der jüdischen Gemeinde in Gelsenkirchen, Judith Neuwald-Tasbach, sagte, das Urteil sei ein wichtiges Zeichen, zumal zahlreiche Betroffene seit dem Vorfall unter Angststörungen litten.

ptz/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.