Nach Verurteilung wegen Kindesmissbrauchs Neue Klage gegen Kardinal George Pell eingereicht

Er soll in den Siebzigerjahren Kinder in einem Schwimmbad unsittlich berührt haben: In Australien hat ein Mann neue Vorwürfe gegen Kardinal George Pell erhoben und eine Zivilklage eingereicht.

George Pell
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Gegen den wegen Kindesmissbrauchs verurteilten Kurienkardinal George Pell ist in Australien eine neue Zivilklage eingereicht worden. Das bestätigten Gerichtsvertreter in Melbourne.

Hintergrund sind Vorwürfe, der einstige Papst-Vertraute habe in den Siebzigerjahren in seinem Heimatort Ballarat in einem Schwimmbad Kinder unsittlich berührt. Australische Medien hatten bereits in den vergangenen Tagen berichtet, ein mutmaßliches Missbrauchsopfer plane eine Zivilklage.

Wegen der Vorwürfe hatte es zwar ein Verfahren gegeben, dieses wurde aber Ende Februar eingestellt. Die nun eingereichte Zivilklage richtet sich gegen Pell, Behörden im australischen Bundesstaat Victoria und die Betreiber des katholischen Kinderheims, in dem der Kläger zum Zeitpunkt des mutmaßlichen Missbrauchs lebte.

Pell war im Dezember in einem anderen Verfahren schuldig gesprochen worden, sich Mitte der Neunziger Jahre in der Kathedrale von Melbourne an zwei Chorknaben vergangen zu haben. Der damalige Erzbischof von Melbourne soll sich vor zwei Jungen entblößt und einen von ihnen zum Oralsex gezwungen haben.

Die einstige Nummer drei des Vatikan ist der bisher ranghöchste Vertreter der katholischen Kirche, der wegen Kindesmissbrauchs schuldig gesprochen wurde. Der Kardinal, der derzeit in einer Untersuchungshaftanstalt einsitzt, hat die Vorwürfe zurückgewiesen.

Laut Staatsanwaltschaft drohen dem früheren Vatikan-Finanzchef bis zu 50 Jahre Haft. Das Strafmaß soll am 13. März verkündet werden. Der Berufungsprozess ist für Juni geplant.

sen/AFP

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