Todesschüsse eines "Reichsbürgers" Zweiter Polizist angeklagt

Im Oktober 2016 erschoss ein selbst ernannter "Reichsbürger" einen Polizisten. Die Staatsanwaltschaft klagt jetzt einen zweiten Polizisten an, der in Kontakt mit dem Todesschützen gestanden haben soll.

Haus des "Reichsbürgers" in Georgensgmünd
DPA

Haus des "Reichsbürgers" in Georgensgmünd


Im Fall des sogenannten Reichsbürgers von Georgensgmünd hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen einen weiteren Polizisten erhoben. Der 50 Jahre alte Beamte soll im Computersystem der Polizei nachgesehen haben, ob etwas zu dem 49-jährigen "Reichsbürger" erfasst war.

Das Ergebnis - es war nichts erfasst - teilte er dem späteren Todesschützen mit, wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth am Dienstag sagte. Sie bestätigte entsprechende Medienberichte.

Die Anklage gegen den Oberkommissar vor dem Amtsgericht Fürth lautet daher unter anderem auf Verletzung von Dienstgeheimnissen. Zudem soll der Polizist unerlaubt drei Wurfsterne und eine Signalpistole besessen haben. Daher wird ihm auch ein Verstoß gegen das Waffengesetz vorgeworfen.

Der "Reichsbürger" hatte im vergangenen Oktober auf Polizisten eines Spezialeinsatzkommandos geschossen. Ein 32 Jahre alter Beamter wurde getötet, zwei weitere verletzt. Das Landratsamt hatte dem "Reichsbürger" zuvor mitgeteilt, dass seine Waffen eingezogen werden sollen. Das Verfahren gegen den Schützen unter anderem wegen Mordes soll Ende August beginnen.

Auch gegen einen weiteren Polizisten wurde bereits Anklage erhoben. Der 51-Jährige muss sich ebenfalls wegen eines Verstoßes gegen das Waffengesetz verantworten. Die Anklage der Staatsanwaltschaft wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung im Amt durch Unterlassen ließ das Gericht allerdings nicht zu.

Beide Polizisten wurden im November vom Dienst suspendiert. Sie standen laut Polizei seit Längerem per Handy-Chat in Kontakt mit dem "Reichsbürger".

ehh/dpa

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