Haft für 31-Jährigen Fast 58.000 Dollar teure Pokémon-Karte mit Coronahilfe gekauft

Ein Mann aus dem US-Bundesstaat Georgia investierte den Großteil eines Coronadarlehens für Unternehmen – in eine Pokémon-Karte. Nun hat ein Gericht wegen Betrugs eine Gefängnisstrafe gegen den 31-Jährigen verhängt.
Pokémon-Karte (Symbolbild): Zehntausende Euro für Sammelkarte

Pokémon-Karte (Symbolbild): Zehntausende Euro für Sammelkarte

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Martha Asencio-Rhine / ZUMA Wire / IMAGO

Meldungen über Betrug beim Bezug von Coronahilfen gibt es auch in Deutschland zahlreich. Das, weswegen ein Anfang-30-Jähriger im US-Bundesstaat Georgia nun verurteilt worden ist, ist dennoch außergewöhnlich.

Der Mann erschlich sich nach Überzeugung des Gerichts für 85.000 Dollar Hilfszahlungen – und kaufte davon für knapp 58.000 Dollar eine Pokémon-Sammelkarte. Wie die zuständige Staatsanwaltschaft am Montag (Ortszeit) in einer Mitteilung  berichtete, wurde er nun in einem Prozess zu drei Jahren Haft verurteilt.

Der 31-Jährige habe sich in einem Fall des Betrugs schuldig bekannt und zugestimmt, die Sammelkarte mit der Figur Glurak abzugeben. Zudem habe ein Bundesrichter unter anderem die Rückzahlung des Hilfsdarlehens und eine Geldstrafe von 10.000 Dollar angeordnet.

Falsche Angaben im Antrag

»Der Kongress hat Mittel bereitgestellt, um kleine Unternehmen zu unterstützen, die mit den Herausforderungen einer globalen Pandemie zu kämpfen haben«, wird Staatsanwalt David H. Estes in der Mitteilung zitiert. Betrüger wie der nun Verurteilte hätten diese Programme ausgenutzt, »um sich in die eigene Tasche zu wirtschaften – und gemeinsam mit unseren Strafverfolgungspartnern werden wir ihn und andere für ihre Gier zur Rechenschaft ziehen«.

Der Mann hatte demnach im Sommer 2020 einen Antrag auf ein staatliches Corona-Hilfsdarlehen für Kleinunternehmen gestellt. Darin habe er angegeben, dass sein Betrieb in dem Jahr vor dem Pandemie-Ausbruch zehn Angestellte und einen Bruttoumsatz von 235.000 Dollar gehabt habe. Aufgrund dieser falschen Angaben seien ihm Anfang August 2020 die Hilfsgelder gewährt und überwiesen worden, hieß es weiter.

Solch hohe Preise für seltene Pokémon-Sammelkarten sind nicht ungewöhnlich. So wurde im Oktober 2020 eine Sammelkarte der ersten Generation mit dem Pokémon Glurak für 220.574 Dollar versteigert. Der Hype wird unter anderem von Streamern befeuert, die Hunderttausende Dollar für Pokémon-Karten ausgeben und in den sozialen Netzwerken damit prahlen.

apr/dpa
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