Mutter der vermissten Georgine über Tatverdächtigen "Ich kannte ihn vom Sehen"

Im September 2006 verschwand die damals 14-jährige Georgine in Berlin. Vor Gericht sprach die Mutter nun über schwere psychische Probleme innerhalb der Familie. Den mutmaßlichen Täter habe sie wiedererkannt.

Polizeibeamte suchen im April 2018 in einem Waldgebiet bei Brieselang in Brandenburg nach Spuren der vermissten Georgine Krüger
Bernd Settnik/DPA

Polizeibeamte suchen im April 2018 in einem Waldgebiet bei Brieselang in Brandenburg nach Spuren der vermissten Georgine Krüger


Die Mutter der verschwundenen Berliner Schülerin Georgine Krüger hat im Prozess gegen den mutmaßlichen Mörder ihrer Tochter ausgesagt. Das Verschwinden von Georgine vor fast 13 Jahren sei ein Schicksalsschlag, der die ganze Familie verändert habe, so die 55-Jährige.

Sie selbst sei dadurch erkrankt und leide bis heute unter massiven psychischen Problemen. Auch ihr Sohn sei "seelisch kaputt". Sie habe in all den Jahren kontinuierlich Kontakt zur Polizei gehalten und nie die Hoffnung aufgegeben, dass ihre Tochter noch am Leben sei.

Vor dem Berliner Landgericht muss sich ein 44-Jähriger verantworten. Ihm wird zur Last gelegt, im September 2006 das damals 14-jährige Mädchen in einen Keller seiner Moabiter Wohnung gelockt und dort geschlagen, vergewaltigt und erwürgt zu haben. Die Leiche wurde bis heute nicht gefunden.

Das spurlose Verschwinden von Georgine war über Jahre einer der bekanntesten Vermisstenfälle in Deutschland. Erst 2017 waren Kriminalisten durch Funkzellenauswertungen und verdeckte Ermittlungen auf den Tatverdächtigen gekommen. Ihm wird Mord zur Verdeckung einer anderen Straftat und schwere Vergewaltigung zur Last gelegt.

Der seit Dezember 2018 inhaftierte Mann soll gegenüber einem verdeckten Ermittler Täterwissen offenbart haben. Im Prozess verweigerte er die Aussage.

Ein Mädchen, das "mal fröhlich und mal bedrückt war"

Ihr letzter gemeinsamer Tag mit Georgine sei ein Sonntag gewesen, sagte die Mutter nun. "Sie war guter Stimmung." Damals war ihre Tochter ein Berliner Teenager von 14 Jahren. Ein Mädchen, das "mal fröhlich und mal bedrückt war".

Georgines Mutter sah kurz zu dem mutmaßlichen Mörder ihres Kindes auf und sagte. "Ich kannte ihn vom Sehen." Ob sie noch immer hoffe, dass ihre Tochter lebt? "Ja", sagte die Mutter. Auch wenn es nichts Reales gebe, das die Hoffnung bestätige (Lesen Sie hier mehr zu dem Fall Georgine).

Am 4. Dezember 2018 erfuhr die Familie vom mutmaßlichen Täter und dessen Verhaftung. Der Prozess wird am 14. August fortgesetzt.

bam/dpa



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