Tod einer 32-Jährigen Mann nach Prügelattacke zu acht Jahren Haft verurteilt

So einen massiven Fall häuslicher Gewalt habe er noch nicht verhandelt, sagte der Richter: In Gera ist ein 43-Jähriger nach Angriffen auf seine Freundin verurteilt worden. Der Mordvorwurf ließ sich jedoch nicht belegen.
Landgericht in Gera: »Trauriger Höhepunkt einer anderthalb Jahre langen gewaltsamen Beziehung«

Landgericht in Gera: »Trauriger Höhepunkt einer anderthalb Jahre langen gewaltsamen Beziehung«

Foto: Bodo Schackow/ dpa

Er griff sie mit einer Axt an und schlug mehrfach auf sie ein: Nach dem Tod einer 32-Jährigen in Thüringen ist der angeklagte frühere Partner zu einer Haftstrafe von acht Jahren verurteilt worden. Das Landgericht Gera entschied bei seinem Urteil am Mittwoch nicht auf den ursprünglich angeklagten Mord, sondern auf gefährliche Körperverletzung in zwei Fällen (Aktenzeichen 1 Ks 120 Js20326/20).

Im Dezember 2019 hatte der Mann mit einer Axt die Arme der Frau attackiert. Im Juni 2020 hatte er zwei Tage in Folge massiv auf seine Freundin eingeprügelt und danach keine Hilfe geleistet. Die Frau starb kurz darauf.

»Letzten Endes ist das der traurige Höhepunkt einer anderthalb Jahre langen gewaltsamen Beziehung«, sagte der Richter. So einen massiven Fall häuslicher Gewalt habe er in 15 Jahren noch nicht verhandelt.

Mordvorwurf nicht belegt

Der Richter warf dem 43-Jährigen vor, mit großer Brutalität vorgegangen und für den Tod der Frau mitverantwortlich zu sein. Das Gericht sah es jedoch nicht als erwiesen an, dass er seine Freundin im Juni 2020 durch Schläge auf den Kopf und ihren gesamten Körper hatte töten wollen.

Der ursprüngliche Tatvorwurf des Mordes konnte im Verlauf des Verfahrens nicht belegt werden. Die Lungenembolie der Frau sei zwar tödlich gewesen, habe sich aber nicht sicher auf ihre massiven Verletzungen zurückführen lassen, hieß es in einem rechtsmedizinischen Gutachten. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

ptz/dpa
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