Nacktfotos von Helferinnen Zahnarzt aus Gera darf Zulassung entzogen werden

Er soll Helferinnen beim Umziehen nach dem Duschen gefilmt haben. Einem Zahnarzt aus Thüringen darf dafür die Zulassung entzogen werden, entschied ein Gericht.

Angeklagter Zahnarzt (r.) bei einem vorherigen Prozess (2013)
DPA

Angeklagter Zahnarzt (r.) bei einem vorherigen Prozess (2013)


Wegen heimlicher Nacktaufnahmen von Mitarbeiterinnen darf einem Zahnarzt aus Gera die Kassenzulassung entzogen werden. Das hat das Bundessozialgericht in Kassel entschieden. Dies gilt auch, wenn der Mediziner wegen der Tat nicht rechtskräftig verurteilt wurde.

2013 hatte das Amtsgericht Gera den damals 52-jährigen Zahnarzt zu einer Gefängnisstrafe von zwei Jahren und vier Monaten verurteilt. Der Mann soll fünf Jahre lang Tausende Filmaufnahmen seiner Mitarbeiterinnen gemacht und die Aufnahmen zum Teil live verfolgt haben.

Nach der Berufung des Arztes wurde der Strafprozess jedoch in zweiter Instanz eingestellt. Die Mitarbeiterinnen des Arztes hatten gegen die Zahlung von Geld ihre Strafanträge zurückgezogen.

Die Kasseler Richter wiesen nun die Revision des Arztes aus Thüringen zurück. Durch das Urteil darf der Mann keine Kassenpatienten mehr behandeln.

Es gebe genügend Belege, dass der Mann "die Intimsphäre der Mitarbeiterinnen zum Objekt seiner Interessen gemacht hat", urteilten die Kasseler Richter. Kassenzahnärztliche Vereinigung und Krankenkassen müssten mit dem Zahnarzt daher nicht mehr zusammenarbeiten. (Aktenzeichen: B 6 KA 4/18 R)

Anmerkung: In einer früheren Version dieses Artikels hieß es, die Kassenärztliche Vereinigung müsse mit dem Zahnarzt nicht mehr zusammenarbeiten. Tatsächlich handelt es sich um die Kassenzahnärztliche Vereinigung. Wir haben die Stelle korrigiert.

fek/dpa



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