Einstweilige Verfügung Oktoberfest in Dubai darf nicht mit Münchner Original werben

Die Kopie des Münchner Oktoberfests in Dubai darf ihren Werbeslogan nicht mehr verwenden. Ein bayerisches Gericht sprach von Irreführung und Rufausbeutung.
Oktoberfest in München

Oktoberfest in München

Foto: Philipp Guelland/ Getty Images

Das Landgericht München hat eine einstweilige Verfügung gegen die Veranstalter des Oktoberfests in Dubai erlassen. Die zuständige Kammer gab der Stadt München damit recht. Das Gericht habe den beiden Veranstaltern unter anderem verboten, mit der Formulierung »Oktoberfest goes Dubai« sowie mit einer zugehörigen Abbildung zu werben, hieß es in einer Mitteilung . Unter dieser Bezeichnung dürfen auch keine Schausteller und Gastronomen aus Deutschland mehr angeworben werden.

Das Gericht habe in der Formulierung »Oktoberfest goes Dubai« sowohl eine Irreführung von Verbrauchern als auch eine unlautere Rufausbeutung erkannt, hieß es. Der Vorsitzende Richter Georg Werner sagte, der Slogan könne so verstanden werden, dass das Münchner Oktoberfest nach Dubai verlegt werde oder ausweiche. Der gute Ruf des Oktoberfests werde damit in unzulässiger Weise auf die Veranstaltung in Dubai übertragen.

Die Veranstalter des Oktoberfests Dubai, zu denen der Schausteller Charles Blume und der frühere Münchner Gastronom Dirk Ippen zählen, hatten argumentiert, dass der Begriff »Oktoberfest« von jedermann verwendet werden und nicht markenrechtlich geschützt werden dürfe. Außerdem assoziiere man mit dem Begriff »Oktoberfest« nicht unbedingt das Münchner Oktoberfest. Diesen Einwänden stimmte die Kammer des Gerichts nicht zu.

Das Verbot des Slogans gilt ab sofort deutschlandweit. Gegen das Urteil kann noch Berufung eingelegt werden.

Oktoberfest Dubai soll ein halbes Jahr dauern

Laut den Plänen der Macher soll das Wüsten-Oktoberfest am 7. Oktober beginnen, ein halbes Jahr dauern und mehr als 30 Festzelte auf einer Fläche von 400.000 Quadratmetern bieten. Damit würde es flächenmäßig die in diesem Jahr zum zweiten Mal abgesagte Münchner Wiesn übertreffen. Auf der Website der Veranstalter wird es als das »größte Festival der Welt« beworben – garniert mit Fotos des Münchner Originals und dem Slogan »Oktoberfest goes Dubai«.

Vor allem dieses Motto erwecke nach Ansicht der Stadt den unzutreffenden Eindruck, die Wiesn ziehe in diesem Jahr nach Dubai um, argumentierte das Gericht.

Die Stadt hatte von den Organisatoren eine Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung verlangt, in der sie sich bereit erklären, nicht mehr mit dem Oktoberfest München für ihr Event zu werben. Bei der Werbung handle es sich um eine Irreführung, die gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb verstoße.

»Es ist aus Sicht der Landeshauptstadt München erschreckend, dass Dritte die Absage zum Anlass nehmen, sich selbst zu bereichern, indem sie den weltweiten guten Ruf des Oktoberfests ausnutzen und suggerieren, dass eine Verbindung zwischen dem Original und der Veranstaltung in Dubai bestehe«, sagte der Münchner Wirtschaftsreferent und Wiesn-Chef Clemens Baumgärtner (CSU). »Ziel unseres rechtlichen Vorgehens ist es, den weltweit guten Ruf des Münchner Oktoberfests zu schützen.«

Die Antragsgegner, die für das geplante Fest eine Firma in Dubai betreiben, sahen ihre Werbung dagegen als gerechtfertigt an. Die Veranstaltung finde großen Zuspruch bei Schaustellern und Brauereien, die am Oktoberfest in dem Emirat teilnehmen wollten.

ptz/dpa
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