Gerichtstermin Strauss-Kahn plädiert auf nicht schuldig

Er kam in Begleitung seiner Frau und stritt alle Vorwürfe ab: Bei der Anklageverlesung in New York hat Dominique Strauss-Kahn sich für "nicht schuldig" erklärt. Vor dem Gericht protestierten Frauen gegen den früheren Chef des Internationalen Währungsfonds.


New York - Es war der erste Gerichtstermin seit seiner Freilassung auf Kaution aus der Untersuchungshaft: Der ehemalige IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn hat die gegen ihn erhobenen Vorwürfe vor dem New Yorker Supreme Court bestritten. Der 62-Jährige plädierte bei der Anklageverlesung auf "nicht schuldig".

Strauss-Kahn wird vorgeworfen, Mitte Mai ein Zimmermädchen in einem New Yorker Hotel sexuell angegriffen zu haben. Die Anklage lautet auf sexuelle Nötigung und versuchte Vergewaltigung. Strauss-Kahn wies alle Anklagepunkte zurück. Richter Michael Obus setzte die nächste Anhörung für den 18. Juli an.

Strauss-Kahn kam in Begleitung seiner Frau Anne Sinclair zum Gericht. Vor dem Gebäude demonstrierten rund einhundert Frauen, die den ehemaligen IWF-Chef mit dem Ruf "Schäm dich!" begrüßten.

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Spektakel in New York: Der Fall Strauss-Kahn
Bei dem nur wenige Minuten dauernden Auftritt wurde Strauss-Kahn von seinen Anwälten Benjamin Brafman und William Taylor begleitet. Die Verteidigung fordert, schnellstmöglich Einblick in die Unterlagen und Zeugenbefragungen der Staatsanwaltschaft zu bekommen.

Wegen der Vorwürfe war Strauss-Kahn als IWF-Chef zurückgetreten. Er galt bis zu dem Skandal auch als aussichtsreicher Kandidat für die französischen Präsidentschaftswahlen im kommenden Jahr.

Der Gerichtstermin in New York wurde von immensem öffentlichen Interesse begleitet. Bereits am frühen Morgen hatten sich Dutzende Journalisten vor dem wuchtigen Gerichtsbau unweit des Finanzbezirks versammelt, um einen der begehrten Plätze im Saal zu ergattern. Auch vor dem Stadthaus in Tribeca, in dem Strauss-Kahn unter Hausarrest lebt, hatten sich Journalisten postiert.

Der Prozess selbst wird voraussichtlich noch vor Ende des Jahres beginnen. Strauss-Kahn bleibt bis auf weiteres unter Hausarrest. Vor der Tür des Stadthauses in Tribeca steht ein bewaffneter Wärter, Kameras überwachen jeden Schritt des Franzosen, seine Frau leistet ihm Gesellschaft.

Wo sich das mutmaßliche Opfer derzeit befindet, ist nicht bekannt. Um sich selbst und ihre Tochter vor der Öffentlichkeit zu schützen, lebt sie seit Mitte Mai an einem geheimen Ort.

"Die Behauptungen, dass es sich um einvernehmlichen Sex gehandelt habe, sind grotesk", sagte der Anwalt der Frau, Ken Thompson, im Anschluss an die Anhörung vor Journalisten. "Sie wird selbst vor Gericht erscheinen und schildern, was Dominique Strauss-Kahn ihr angetan hat." Sie sei traumatisiert durch die Geschehnisse am 14. Mai, so der Anwalt.

hut/dpa/dapd

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timewalk 06.06.2011
1. Medien vorverurteilten Ihn
Zitat von sysopEr kam in Begleitung seiner Frau und stritt alle Vorwürfe ab: Bei einer Anhörung in New York hat Dominique Dominique Strauss-Kahn auf "nicht schuldig" plädiert. Vor dem Gericht protestierten Frauen gegen den früheren Chef des Internationalen Währungsfonds. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,766825,00.html
Das ist wahrlich ein immenses Öffentliches Interesse. Oder wohl eher immenses Intersse der "Feinde" von Kahn, dass dieser vorveruteilt wird.
jocurt, 06.06.2011
2. USA, DASS Land der Pornoindustrie
Zitat von sysopEr kam in Begleitung seiner Frau und stritt alle Vorwürfe ab: Bei einer Anhörung in New York hat Dominique Dominique Strauss-Kahn auf "nicht schuldig" plädiert. Vor dem Gericht protestierten Frauen gegen den früheren Chef des Internationalen Währungsfonds. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,766825,00.html
... wo angeblich die meisten dieser Filme produziert werden, und man spielt sich als Sittenwächter auf. Mädels, demonstriert doch mal bitte für die Frauen, die sich dort vermarkten. Wäre ehrlicher.
interessierter_leser 06.06.2011
3. A Game of Thrones
Das passiert beim Spiel um die Macht, entweder man gewinnt oder man stirbt (real oder politisch)... Hauptsache Brot und Spiele für den Pöbel, die den ganzen Mist glauben... Korruption, Machtgier, Machtmissbrauch, das ist allen egal, aber wehe es ist was anrüchiges im Spiel. So macht man seine politischen Gegner fertig. So oder so hat Sarkozy durch seine Diffamierungsaktion schon gewonnen.
Libita 06.06.2011
4. Kachelmann 2.0
Bis jetzt gibt es nur eine Beschuldigung, aber schon finden sich Hunderte von Frauen, die ihn mit Mist bewerfen. Obwohl ihnen bisher wohl kaum mehr als die Geschlechterverteilung bekannt ist - DER MANN hat prinzipiell unrecht, oder was ist hier die Denke? Können wir den Mist nicht lassen, bis alle Untersuchungen durch sind? Sonst wird womöglich (wieder?) ein Unschuldiger prophylaktisch gerupft.
quone, 06.06.2011
5. .
Zitat von timewalkDas ist wahrlich ein immenses Öffentliches Interesse. Oder wohl eher immenses Intersse der "Feinde" von Kahn, dass dieser vorveruteilt wird.
"Feinde"? Sehen Sie offenbar zuviel Trash-TV. Es geht um das Interesse der Öffentlichkeit, der Justiz und des Opfers, einen mutmasslichen Täter, den eine Fülle von Indizien belasten, seiner gerechten Strafe zuzuführen.
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