Oberlandesgericht Karlsruhe Frau rutscht auf Tanzfläche aus – Disco soll 37.000 Euro zahlen

Eine Frau stürzte in einer Disco wegen einer Getränkepfütze – und zog sich Knochenbrüche zu. Haftet die Betreiberin für die Verletzungen? Ja, hat das Oberlandesgericht Karlsruhe entschieden.
Tanzfläche einer Disco: »Anordnungen zur Kontrolle und Reinigung des Tanzbodens«

Tanzfläche einer Disco: »Anordnungen zur Kontrolle und Reinigung des Tanzbodens«

Foto: Nicolas Balcazar / EyeEm / Getty Images

Wer eine Disco betreibt, muss die Tanzfläche regelmäßig auf Getränkepfützen und Scherben kontrollieren – sonst könnte es teuer werden.

Das Oberlandesgericht Karlsruhe hat die Betreiberin einer Disco im Neckar-Odenwald-Kreis zur Erstattung von Behandlungskosten und Krankengeld in Höhe von rund 37.000 Euro verurteilt. Laut Gericht  war eine Besucherin im Dezember 2017 in einer Getränkepfütze ausgerutscht und hatte sich verletzt.

Wegen mehrerer Knochenbrüche musste sie zwei Wochen im Krankenhaus bleiben und mehrfach operiert werden. Ihre gesetzliche Krankenversicherung verklagte die Disco auf Schadensersatz. In erster Instanz scheiterte die Krankenkasse.

Die »Gefahren« des Tanzens

Doch das Oberlandesgericht entschied anders. Die Disco-Betreiberin habe nicht beweisen können, dass sie ausreichende »Anordnungen zur Kontrolle und Reinigung des Tanzbodens« getroffen habe, befand das Gericht. Ein Mitarbeiter sollte demnach zwar die Tanzfläche von der Bühne aus im Blick behalten. Die Einzelheiten des Fußbodens habe er aber so nicht erkennen können.

Die Disco-Betreiberin müsse die sich beim »Tanzen ergebenden Gefahren« in »zumutbarer Weise« gering halten. Der Senat führte dazu aus: »Das kann zwar nicht bedeuten, dass ständig ein Mitarbeiter mit einem Bodenwischer über die Tanzfläche läuft, um Getränkepfützen oder Scherben zu beseitigen«. Allerdings sei »eine effektive Kontrolle des Fußbodens in gewissen Zeitabständen« notwendig.

Das Oberlandesgericht hat keine Revision gegen das Urteil zugelassen. Dagegen kann die Betreiberin des Tanzlokals Beschwerde einlegen.

Aktenzeichen: 7 U 125/21

jpz/AFP