Festnahme in North Carolina Geschäftsmann täuschte eigenen Tod vor

Er starb angeblich vor zwei Jahren - offenbar, um Millionen aus Lebensversicherungen zu kassieren: US-Ermittler haben einen Geschäftsmann aus Florida verhaftet. Er hatte unter falschem Namen einen Pass beantragt.

Haus von vermeintlicher Witwe in North Carolina: Die Polizei durchsucht das Anwesen
AP

Haus von vermeintlicher Witwe in North Carolina: Die Polizei durchsucht das Anwesen


New York - Jose Salvador L. galt als tot. Nun sitzt der 62-Jährige in einem Gefängnis im US-Bundesstaat North Carolina. Die Ermittler werfen dem Geschäftsmann aus Florida vor, seinen Tod vorgetäuscht zu haben - um mehrere Millionen Dollar Prämien aus Lebensversicherungen zu kassieren. Der Möbelhändler soll Schulden in Millionenhöhe angehäuft haben.

Fahnder kamen dem Mann aus Jacksonville auf die Schliche, weil er unter falscher Identität einen Pass beantragt hatte. Die Staatsanwaltschaft wirft L. unter anderem Versicherungsbetrug in mehreren Fällen vor: Seine Familie soll mit Hilfe einer gefälschten venezolanischen Sterbeurkunde aus dem Jahr 2013 Ansprüche auf mehr als neun Millionen Dollar aus Lebensversicherungen geltend gemacht haben. Seine Frau wurde zwischenzeitlich ebenfalls festgenommen, kam gegen Zahlung von 200.000 Dollar Kaution aber wieder frei.

L. wurde in der Nähe des Anwesens seiner Frau in North Carolina gefasst. Zuvor hatte er in einer Postfiliale einen neuen Pass beantragt - und dabei laut Ermittlern den Namen eines ehemaligen Postangestellten aus New York benutzt. L. wies sich mit einem Führerschein aus North Carolina auf diesen Namen und einer Geburtsurkunde aus New York aus.

Treffer bei automatischer Gesichtserkennung

Bei der Bearbeitung des Antrags fielen dem Außenministerium jedoch einige Unstimmigkeiten auf. Der Mann, dessen Identität L. annehmen wollte, hatte 1999 einen Pass beantragt - und dabei eine andere Größe, eine andere Augenfarbe und eine andere Haarfarbe angegeben.

Auch weitere Erkennungsmerkmale stimmten nicht überein. So war der Mann auf dem Passfoto von 1999 dunkelhäutig. Das Foto auf dem aktuellen Antrag zeigte jedoch einen weißen Mann, L. ist hellhäutig.

Die Behörde setzte daraufhin eine Gesichtserkennungssoftware ein - und landete einen Treffer. Das Bild auf dem aktuellen Antrag passte zum Foto des echten Passes, den L. vor seinem angeblichen Tod benutzt hatte.

Weitere Ermittlungen ergaben, dass es in Florida einige Rechtsstreitigkeiten zwischen Versicherungsgesellschaften und dem Sohn des vermeintlich Verstorbenen gibt. Einige Unternehmen hatten sich geweigert, die Lebensversicherungen auszuzahlen. Sie zweifelten die Behauptungen der Familie an, L. sei nach einer Krankheit in Venezuela gestorben und eingeäschert worden. Eine Bank klagte zudem, weil L. ihr mehr als zwei Millionen Dollar schulde.

Die Fahnder kamen L. rasch auf die Spur - auch, weil er auf dem Passantrag die Adresse seiner vermeintlichen Witwe als Wohnsitz angegeben hatte. L. wurde schließlich verhaftet, als er mit seinem Jeep unterwegs war. Dasselbe Auto war er bereits in Florida gefahren.

wit/AP

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