Moldau: Polizei stellt geschmuggeltes Uran sicher

Die Behörden in Moldau haben radioaktive Schmuggelware gefunden: Ein aus Russland kommender Zug transportierte Uran, das wahrscheinlich für Europa bestimmt war. Experten befürchten, die Substanz könne für den Bau einer Bombe bestimmt gewesen sein.


Chisinau - In der Republik Moldau hat die Polizei in einem Zug aus Russland 200 Gramm Uran sichergestellt. Die radioaktive Schmuggelware habe einen Wert von rund 1,7 Millionen Euro, teilte das Innenministerium mit. Das Uran-238 sei vergangene Woche bei einer verdeckten Operation gefunden worden. Sieben mutmaßliche Schmuggler seien festgenommen worden.

Die hochgefährliche Substanz habe vermutlich in Europa verkauft werden sollen. Sie könne zum Bau sogenannter "schmutziger Bomben" genutzt werden, erklärte das Ministerium weiter. In solchen Sprengsätzen werden radioaktive Substanzen mit konventionellen Explosionsstoffen gemischt. Experten fürchten sie als potenzielle Waffe bei Terroranschlägen.

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) erklärte, sie stehe mit den moldawischen Behörden in Kontakt. Die Uno-Atomaufsicht hat ihre Mitgliedstaaten zuletzt verstärkt dazu aufgefordert, radioaktive Stoffe nicht in die falschen Hände gelangen zu lassen. Bei dem nun beschlagnahmten Uran handelt es sich nicht um dasselbe Isotop, das in Atombomben zum Einsatz kommt. Für eine Nuklearbombe ist Uran-235 notwendig.

loe/REUTERS

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gerd.leineune 10.12.2014
1.
---Zitat--- Die hochgefährliche Substanz habe vermutlich in Europa verkauft werden sollen. Sie könne zum Bau sogenannter "schmutziger Bomben" genutzt werden, erklärte das Ministerium weiter. ---Zitatende--- Also entweder ist der Verfasser eine absolute Sprachnulpe oder er will oder kann geistig nicht erfassen was er geschrieben hat. Wenn jemand explizit 200g Uran hochnimmt, dann muss derjenige schon ganz konkret gewusst haben, wo er suchen muss. Wie soll man da glauben können, dass derjenige nicht wusste was mit dem Uran geschehen soll? Wohin es geht, wer es erhalten soll und warum... Da fährt doch keiner aus Langeweile durch Europa sein Uran spazieren... Dann noch der konjunktivische Satz "es könnte zum Bau...". Ja und? Wenn ich im Rewe eine Batterie kaufe, kann die auch für alles mögliche genutzt werden. Aber ich kaufe die ja aus einem bestimmten Grund.
Haywood Ublomey 10.12.2014
2. Die "schmutzige Bombe"
ist eine der ältesten Chimären des Panikmachergewerbes. In Wirklichkeit kann man mit so einer "Bombe" nur die Fläche von ein paar Fußballfeldern kontaminieren –gerade wenn man auf so schwere Nuklide wie Plutonium und Uran setzt (C-14 oder K-40 lassen sich leichter verteilen, haben aber eine viel geringere Strahlungsenergie). Und nun erst U-238 mit seiner geringen Aktivität! Wer daraus eine "schmutzige Bombe" bauen will, hat ungefähr die Technikkompetenz eines Chemtrail-Gläubigen. Dessen "Bombe" würde zwar einen Geigerzähler anschlagen lassen, aber das wäre es auch schon. Die einzigen Geschädigten wären die Leute, die am nächsten Morgen beim Lesen des Bild-Aufmachers einen Herzkasper kriegen.
Ein_denkender_Querulant 10.12.2014
3. Zahlendreher?
Ich empfehle dem Redakteur noch einmal in Ruhe über seinen Artikel nachzudenken und zur Vorbereitung diesen Text zu lesen: http://de.wikipedia.org/wiki/Uranmunition Aha, 200g relativ ungiftiges und kaum strahlendes Uran 238 haben einen Schwarzmarktwert von 1,7 Millionen? Da lohnt sich wohl das manuelle Einsammeln der ca. 1000-2000t verschossener Uranmunition. Geht es vielleicht um Plutonium 238? Das wäre unangenehmer. http://de.wikipedia.org/wiki/Radiologische_Waffe
leser008 10.12.2014
4. Fakten
Uran-238 ist das Abfallprodukt, das bei der Anreicherung massenhaft anfällt. Wurde früher im technischen Bereich oft als Gewicht eingesetzt, heute meist für panzerbrechende Munition. Das strahlt kaum und kostet auf keinen Fall 1,7 Mio f. 200gr. Sonst wüsste ich in welchem Uniinstitut hier ca 50 Mio rumliegen.
bronk 10.12.2014
5. Abgereichertes Uran
U-238 ist abgereichertes Uran. Also der Abfall, der bei der Herstellung von U-235 übrig bleibt. Das Zeug strahlt nur mit 40% der Intensität von Natururan. Verwendung findet es hauptsächlich in panzerbrechender Munition (z.B. in der 30mm-Maschinenkanone der A-10). Für schmutzige Bomben ist das Material wegen der zu geringen Strahlung nicht die erste Wahl. Uran ist aber - wie alle Schwermetalle - ziemlich giftig. Die Giftwirkung dürfte die schädigende Wirkung der geringen Strahlendosis weit übersteigen (selbst wenn die Strahlung durch eingeatmeten Uran-Staub im Körper wesentlich schädlicher ist). Gibt aber keine so schöne Schlagzeile...
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