Geschwängerte Elfjährige Täter muss fünf Jahre in Haft

Das Landgericht Stendal hat einen Mann wegen Missbrauchs eines elf Jahre alten Mädchens zu einer Haftstrafe verurteilt. Der 50-Jährige hatte das Kind mehrfach missbraucht und schließlich geschwängert. Als strafmildernd werteten die Richter sein Geständnis.


Stendal - Die Jugendkammer des Landgerichts Stendal verurteilte den Mann zu fünf Jahren Freiheitsstrafe. Die Richter der Jugendkammer sahen es als erwiesen an, dass der Mann aus Salzwedel das Kind von Januar bis Juli 2006 in insgesamt zehn Fällen schwer sexuell missbraucht und auch geschwängert hat, wie ein Gerichtssprecher sagte. Die bei einem Arztbesuch entdeckte Schwangerschaft wurde im vierten Monat abgebrochen. Dass der Peiniger wirklich Vater des Ungeborenen war, ergab ein DNA-Test.

Die heute Zwölfjährige befindet sich seit Beginn des Ermittlungsverfahrens in der Obhut einer Pflegefamilie. Ihre Mutter ist mit dem Peiniger bekannt. Der Mann habe zunächst Erziehungsaufgaben für das Mädchen wahrgenommen, wie während des zwei Tage dauernden Prozesses bekannt wurde: Er habe das Mädchen von der Schule abgeholt und ihr bei den Hausaufgaben geholfen. Der leibliche Vater kam laut Gericht seiner Sorgepflicht für das Kind bereits seit einigen Jahren nicht mehr nach.

Der angeklagte Peiniger war nicht vorbestraft und hatte bereits während der Ermittlungen gestanden; seit August saß er in Untersuchungshaft. Dem Geständnis zufolge ereigneten sich die sexuellen Übergriffe auf das Kind sowohl in der Wohnung der Mutter des Mädchens als auch in der Wohnung des Mannes. Alkoholisiert sei er dabei nicht gewesen. Laut einem psychiatrischen Gutachten ist er auch nicht pädophil.

Der Prozess wurde zum Schutz des Kindes unter Ausschluss der Öffentlichkeit geführt; alle Prozessbeteiligten hatten auf die Vernehmung des Mädchens verzichtet. Die Staatsanwaltschaft hatte fünfeinhalb Jahre Freiheitsstrafe gefordert, die Verteidigung vier Jahre.

Die Schwangerschaft bei dem Mädchen habe zur Verschärfung der Strafe beigetragen, führte das Landgericht zur Strafzumessung an. Als strafmildernd wurde hingegen gewertet, dass der Angeklagte ein Geständnis abgelegt und dem Kind dadurch eine Vernehmung vor Gericht erspart habe.

ffr/dpa/ddp



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