Getötete Bankiersgattin Ermittler im Fall Bögerl geraten unter Druck

Im Fall der getöteten Bankiersfrau Maria Bögerl werden neue Vorwürfe gegen die Ermittler laut. Nach SPIEGEL-Informationen wundern sich österreichische Fahnder über das Vorgehen der deutschen Kollegen: Wurde eine wichtige Spur nicht richtig verfolgt?

Porträt von Maria Bögerl bei Trauerfeier (2010): Vorwürfe gegen die Ermittler
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Porträt von Maria Bögerl bei Trauerfeier (2010): Vorwürfe gegen die Ermittler


Heidenheim - Im Entführungsfall Maria Bögerl gerät die Polizei immer stärker unter Druck. Nach SPIEGEL-Informationen hat sich der Heidenheimer Sparkassen-Chef Thomas Bögerl bereits im Sommer 2010, rund zwei Monate nach der Entführung und Tötung seiner Frau, über die Arbeit der Ermittler beschwert. In einem Brief an die Polizei forderte der Witwer Aufklärung über die Pressearbeit der Ermittler und die missglückte Lösegeldübergabe.

Im Juli wandte sich Bögerl in einer E-Mail mit dem Betreff "Hilfe" unter anderem an den Regierungspräsidenten in Stuttgart, Johannes Schmalzl, sowie den Präsidenten des Sparkassen- und Giroverbandes, Heinrich Haasis. In dem Brief des Witwers heißt es: "Ich bitte Sie, alles Menschenmögliche zu veranlassen, den oder die Entführer und Mörder zu finden."

Daraufhin soll es ein Gespräch zwischen Bögerl und Ermittlern gegeben haben. Dabei sollen auch ein Staatsanwalt und ein Moderator von Polizeiseite anwesend gewesen sein. Das Treffen sei hochemotional verlaufen, heißt es in einem Vermerk der Beamten.

Kritik aus Österreich

Auch österreichische Ermittler sind verwundert über die Vorgehensweise der Kollegen aus der Heidenheimer Soko "Flagge". In Linz ist seit Frühjahr ein Rocker inhaftiert, der an einem Überfall auf eine Bankiersgattin in Österreich beteiligt gewesen sein soll. Die Tat weist Parallelen zum Fall Bögerl auf, zudem ähnelt der Beschuldigte einem Phantombild, das in dem deutschen Entführungsfall erstellt wurde.

Beamte aus Heidenheim haben den Verdächtigen bereits vor Wochen in Österreich vernommen, sein Alibi für die Tatzeit in Deutschland sei noch immer nicht abgeklärt. "Wir sind dran", beteuerte ein Sprecher der Polizeidirektion Heidenheim, "aber wir sind jetzt nun mal auch mitten in der Urlaubszeit." Da seien nicht alle Zeugen leicht zu erreichen.

Die Ehefrau des Heidenheimer Sparkassen-Chefs war im Mai 2010 aus ihrem Haus verschwunden und drei Wochen später erstochen aufgefunden worden. Am vergangenen Montag nahm sich der Witwer Thomas Bögerl das Leben. Bei einer Hausdurchsuchung wurden vergangene Woche Computer und Unterlagen des Ehemanns beschlagnahmt.

ulz



insgesamt 59 Beiträge
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Seite 1
sosonaja 17.07.2011
1. .
Was erawrtet ihr denn von unseren kriminellen Beamten und Politikern? Wundert mich, dass der SPIEGEL überhaupt noch etwas Kritisches über unsere "Staatsdiener" schreibt!
tromby 17.07.2011
2. Unqualifizierter Beitrag
Zitat von sosonajaWas erawrtet ihr denn von unseren kriminellen Beamten und Politikern? Wundert mich, dass der SPIEGEL überhaupt noch etwas Kritisches über unsere "Staatsdiener" schreibt!
Hochachtung - sehr »niveauvoller« Beitrag! Das noch leere Forum wäre ohne diesen Beitrag reicher. Alle über einen Kamm scheren und verunglimpfen scheint richtiger Volkssport zu sein.
bambus07 17.07.2011
3. In der Tat
Zitat von sosonajaWas erawrtet ihr denn von unseren kriminellen Beamten und Politikern? Wundert mich, dass der SPIEGEL überhaupt noch etwas Kritisches über unsere "Staatsdiener" schreibt!
ein Beitrag von sehr eigener Substanz. Kennen Sie den Sachverhalt näher,um pauschal "unsere Staatsdiener" abzuqualifizieren. Mit Verlaub, mich wundert dass der SPON sin solches Niveau zulässt.
PeteLustig, 17.07.2011
4. .
Entlarvend kurios in diesem Zusammenhang agierte übrigens die BILD, die vor einigen Monaten erst dem Witwer eine außereheliche Affaire unterstellte und sich nach dessen Suizid gänzlich unschuldig präsentierte ("er verzweifelte an den Unterstellungen der Ermittlungsbeamten*")... * Unbenommen, dass die jeder Möglichkeit nachgehen müssen und sollen
Lochblech.19 17.07.2011
5. das können wir doch besser, oder?
Zitat von sosonajaWas erawrtet ihr denn von unseren kriminellen Beamten und Politikern? Wundert mich, dass der SPIEGEL überhaupt noch etwas Kritisches über unsere "Staatsdiener" schreibt!
Ist Ihnen bewußt, dass Sie sich mit Ihrem Geschriebenen strafbar machen? Sie beleidigen nur, sind noch nicht mal in der Sache inhaltlich oder kritisch. Ihr Beitrag läßt sich als "anonymes Abkacken mit Worten" bezeichnen, ein Phänomen, dass heute zwar beliebt ist, jedoch Täter (Sie) wieder zu Opfern macht. Deshalb meine Bitte: Teilen Sie Ihren Frust mit Ihrem Seelenklempner, statt sich lächerlich zu machen. Im übrigen: Die Arbeit der beteiligten Beamten gehört untersucht und sollten sich grobe Fehler, wie Artikel angerissen, bestätigen, dann sollten Disziplinarmaßnahmen und Sanktionen ergriffen werden.
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