Getötete Mädchen in Krailling Onkel wegen Mordes angeklagt

Er soll Sharon und Chiara heimtückisch und aus Habgier getötet haben: Die Staatsanwaltschaft München hat den Onkel der im bayerischen Krailling ermordeten Mädchen wegen Mordes angeklagt. Der Anklage zufolge wollte der Mann auch die Mutter der Mädchen umbringen.

Trauer in Krailling (Archivfoto): Anklage gegen Onkel der Opfer erhoben
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Trauer in Krailling (Archivfoto): Anklage gegen Onkel der Opfer erhoben


München - Fünf Monate nach dem Mord an den Schwestern Sharon und Chiara im bayerischen Krailling hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den Onkel der Mädchen erhoben. Der Vorwurf lautet auf Mord aus Heimtücke und Habgier. Aufgrund der Ermittlungen sei davon auszugehen, dass Thomas S., der sich in massiven finanziellen Schwierigkeiten befand, nicht nur die beiden Kinder, sondern auch deren Mutter Anette S. töten wollte, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Der Mann habe sich damit einen finanziellen Vorteil aus dem Nachlass sichern wollen. Thomas S. hat die Tat in seinen ersten Vernehmungen abgestritten und sich anschließend bis zuletzt nicht mehr zum Tatvorwurf geäußert.

Der 50-Jährige sitzt seit April in Untersuchungshaft. Hauptbeweismittel gegen ihn sind diverse DNA-Spuren, die an den Leichen der Kinder und an den mutmaßlichen Tatwaffen - einer Hantelstange und einem Messer - entdeckt wurden. Außerdem soll das verwendete Seil von dem Mann stammen. Die Anklage stütze sich auf ein Zusammenspiel von Beweisen, im Wesentlichen aber auf die DNA-Spuren, sagte Oberstaatsanwältin Andrea Titz. Mit einem Prozessbeginn rechnet die Staatsanwaltschaft nicht vor Februar 2012.

Die Schwurgerichtskammer des Landgerichts München II muss nun über die Zulassung der Anklage zur Hauptverhandlung entscheiden. Die Staatsanwaltschaft hat dem Gericht eigenen Angaben zufolge neben zahlreichen weiteren Beweismitteln 54 Zeugen und 9 Sachverständige benannt.

Die beiden Mädchen waren in der Nacht zum 24. März in der Wohnung der Familie umgebracht worden. Die Mutter fand ihre Leichen, als sie am frühen Morgen aus einer nahen Kneipe nach Hause kam. Ihr Schwager geriet unter Tatverdacht, weil Blutspuren von ihm am Tatort gefunden wurden. Gegenüber seinem Anwalt bestritt der Mann die Tat und erklärte die Blutspur mit einem Nasenbluten von einem früheren Besuch.

ulz/dpa

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