Gewalt Straßenräuber tun es für den Kick

Erschreckende Ergebnisse einer Studie: Britische Forscher haben herausgefunden, dass Räuber vor allem aus Spaß an Gewalt Menschen überfallen. Das Gefühl von Überlegenheit und die Lust auf einen guten Kampf sind für viele Räuber wichtiger als die tatsächliche Beute.


Hamburg - Anders als man vermuten könnte, geht es vielen Straßenräubern nicht um Geld oder den Erwerb von Besitz. Vielmehr wollen sie in erster Linie Spaß haben, wie die BBC unter Berufung auf eine Studie des Economic and Social Research Council (ESRC) heute berichtet. Für die Studie fragte das ESRC 120 Straßenräuber nach den Beweggründen für ihre Taten: Den meisten ging es demnach vor allem um den Kick und um den Spaß an einem guten Kampf.

Einer der Studienteilnehmer dem Bericht zufolge gab an: "Ich habe es nicht wegen des Geldes getan. Denn ich hatte Geld. Es war mehr wegen des Kicks, den man bekommt, wenn man solche Sachen tut."

Das erbeutete Geld wird nach Angaben der Befragten vor allem für Markenkleidung oder Mobiltelefone ausgegeben. "Unwesentliche Statussymbole, um anzugeben und um damit die eigene Glaubwürdigkeit auf der Straße zu untermauern", heißt es laut BBC in der Studie.

Besorgniserregend ist für die Forscher auch die Tatsache, dass die Gewalt auf Großbritanniens Straßen nicht nur zunimmt, sondern dass die Straßenräuber auch immer brutaler werden.

Erst gestern wurden in London zwei Jungen wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Der Fall hatte für Aufsehen gesorgt, denn die beiden Täter sind erst 18 und 19 Jahre alt. Bei einem Raubüberfall hatten sie einen 31-jährigen Mann im Kampf erstochen. Die Verlobte des Opfers ist der Ansicht, dass die beiden "nur den starken Mann markieren wollten". Die Beute fiel mager aus: ein Handy, verschiedene Geldkarten und etwa 30 Euro.

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