Ermittlungen in Niedersachsen Arzt soll Kindern Kochsalzlösung statt Impfstoff gespritzt haben

Die Staatsanwaltschaft Hildesheim ermittelt gegen einen Arzt. Der Mediziner soll zehn Kinder nicht gegen Mumps, Masern und Röteln geimpft, sondern ihnen Kochsalzlösung gespritzt haben – in Absprache mit den Eltern.
Staatsanwaltschaft Hildesheim (Archivbild)

Staatsanwaltschaft Hildesheim (Archivbild)

Foto: Holger Hollemann / dpa

Ein Arzt aus dem niedersächsischen Kreis Gifhorn soll mehreren Kindern in Absprache mit deren Eltern absichtlich unwirksame Impfungen gegen die Krankheiten Mumps, Masern und Röteln verabreicht haben. Nach Angaben der Hildesheimer Staatsanwaltschaft  spritzte der 63-Jährige in zehn Fällen von Ende April 2020 bis Mitte Mai 2021 Kindern lediglich eine Kochsalzlösung.

In weiteren 31 Fällen soll er außerdem Impfungen gegen Masern in Impfausweisen von Kindern bescheinigt haben, obwohl diese Impfungen nie stattgefunden hätten. Dem Mann werden gemeinschaftliche schwere Körperverletzung und das Ausstellen unrichtiger Gesundheitszeugnisse vorgeworfen. Dazu kommt den Angaben zufolge mutmaßlicher Betrug in 32 Fällen, weil er angebliche Impfungen bei Krankenkassen abgerechnet haben soll.

Zu den Vorwürfen äußert sich der Verdächtige nach Angaben der Staatsanwaltschaft nicht. Am Donnerstag erließ demnach ein Amtsgericht Haftbefehl gegen den Arzt, der gegen Auflagen allerdings außer Vollzug gesetzt wurde. Auch gegen die Erziehungsberechtigten der Kinder werde ermittelt, heißt es.

Laut Staatsanwaltschaft waren die Ermittlungsbehörden durch einen anonymen Hinweis auf den Mediziner aufmerksam geworden. Bei einer Durchsuchung seien »umfangreiche Beweismittel« beschlagnahmt worden, die zum dringenden Tatverdacht geführt hätten. Es könne auch nicht ausgeschlossen werden, dass weitere ähnliche Taten aufgedeckt würden.

wit/AFP
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