Bericht der »Zeit« Zeugen sollen Gil Ofarims Antisemitismusvorwurf widersprechen

Eine vom Leipziger Hotel Westin beauftragte Kanzlei fand keine Belege für den Antisemitismusvorwurf von Gil Ofarim. Nun werden neue Details aus dem Gutachten bekannt.
Gil Ofarim: Zweifel an Antisemitismusvorwürfen

Gil Ofarim: Zweifel an Antisemitismusvorwürfen

Foto: Tobias Hase / picture alliance / dpa

Nach den Antisemitismusvorwürfen des Musikers Gil Ofarim teilte das Hotel Westin Leipzig in der vergangenen Woche mit, man sehe die betroffenen Mitarbeiter nach einer Untersuchung durch eine beauftragte Anwaltskanzlei entlastet. Nun berichtet »Die Zeit«  unter Berufung auf den Abschlussbericht der Kanzlei, dass keiner der darin befragten Zeugen eine antisemitische Beleidigung vernommen habe. Von Ofarims Kette mit einem Davidstern sei in der Hotellobby keine Rede gewesen.

Vielmehr sei der Musiker in Konflikt mit einem Mitarbeiter des Hotels geraten, weil dieser andere Personen Ofarims Auffassung nach bevorzugt behandelt habe. Der 39-jährige Sänger soll daher gedroht haben, ein Video bei Instagram hochzuladen, das »viral gehen« werde. Zwei Mitarbeiterinnen und drei Gäste sollen die Szene laut Kanzleibericht so geschildert haben, schreibt »Die Zeit«.

Ofarim habe sich auf Anfrage nicht zu den Erkenntnissen geäußert, heißt es in dem Bericht. Der Sänger verteidigte seine Version zuletzt, auch nachdem Bilder der Überwachungskameras Zweifel verstärkt hatten.

Ofarim hatte Anfang Oktober in einem Video bei Instagram gesagt, er sei Opfer von antisemitischen Anfeindungen geworden. Ein Mitarbeiter des Westin habe ihn aufgefordert, seine Halskette mit einem Davidstern einzupacken. Sonst dürfe er nicht einchecken. Der Hotelmitarbeiter zeigte Ofarim wegen Verleumdung an, Ofarim stellte zwei Strafanzeigen gegen den Mann.

Auf den von »Bild am Sonntag« veröffentlichten Videobildern war die Kette mit dem Davidstern nicht zu erkennen gewesen. Ofarim hielt dennoch an seiner Schilderung fest: »Ich hatte die Kette durchgehend an. Ich verstehe nicht, warum jetzt darüber debattiert wird, ob ich die Kette anhatte oder nicht«, sagte er dem SPIEGEL.

Er hält es demnach auch für denkbar, dass es zu den Beleidigungen gekommen sei, weil er sich regelmäßig in der Öffentlichkeit mit der Kette zeige. Zudem seien nicht alle Bilder veröffentlicht worden. Die Ermittlungen der Leipziger Staatsanwaltschaft in dem Fall dauern an.

ptz
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.