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05. August 2016, 15:24 Uhr

Lohfink-Prozess

32-Jähriger tritt überraschend als Zeuge auf

Das Model Gina-Lisa Lohfink muss sich vor Gericht wegen falscher Verdächtigung verantworten, es geht um eine angebliche Vergewaltigung. Wenige Tage vor dem nächsten Prozesstag taucht nun ein neuer Zeuge auf.

Im Prozess gegen das Model Gina-Lisa Lohfink wegen falscher Verdächtigung gibt es überraschend einen neuen Zeugen. Der 32-Jährige sei für Montag zur Verhandlung am Berliner Amtsgericht Tiergarten geladen, sagte eine Gerichtssprecherin. Bei ihm handelt es sich um einen der beiden Männer, denen Lohfink Vergewaltigung vorwirft.

In bisherigen Ermittlungen bestätigte sich diese Anschuldigung nicht. Lohfink kassierte einen Strafbefehl und sollte 24.000 Euro zahlen. Weil sie das nicht akzeptierte, läuft nun der Prozess.

Der 32-Jährige wies im Sat.1-Frühstücksfernsehen die Vorwürfe zurück. "Es waren keine Drogen im Spiel, und es hat auch keine Vergewaltigung stattgefunden. Ich habe nicht eine Sekunde gedacht, dass sich das 'Hör auf' auf den Sex beziehen könnte", zitierte die "Bild"-Zeitung den Mann. Das Nein solle sich auf das Filmen beim Sex bezogen haben. (Lesen Sie hier eine SPIEGEL-Recherche zum Fall Lohfink).

Die Ermittlungen gegen die Männer wegen Vergewaltigung nach einer Anzeige Lohfinks waren eingestellt worden. Gegen sie wurden aber Strafbefehle wegen der Verbreitung des Sexvideos verhängt. Der heute 28-Jährige akzeptierte die Strafe. Der 32-Jährige konnte bislang nicht ausfindig gemacht werden.

Der Fall Lohfink hat sich in den vergangenen Monaten zum Politikum entwickelt. In der Debatte geht es unter anderem darum, was eine Vergewaltigung ist und was nicht. Lohfink sagt, sie sei von zwei Männern vergewaltigt worden. In Videoaufnahmen der betreffenden Nacht ist zu sehen, wie Lohfink "Nein" sagt und "Hör auf". Die Staatsanwaltschaft geht jedoch davon aus, die Ablehnung beziehe sich auf das Filmen, es handele sich um einvernehmlichen Geschlechtsverkehr.

Lohfinks Unterstützer meinen: Mit der 29-Jährigen hat eine wichtige Diskussion ein Gesicht bekommen. Kritiker halten dagegen: Das Beispiel passe nicht, außerdem sei Lohfinks Darstellung der Ereignisse zweifelhaft.

mxw/dpa

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