Gina-Lisa Lohfink ins Dschungelcamp Anwalt eines vermeintlichen Vergewaltigers droht RTL

Gina-Lisa Lohfink behauptet, zwei Männer hätten sie vergewaltigt - obwohl die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen einstellte. Bald soll das Model ins RTL-Dschungelcamp einziehen. Für den Sender könnte das teuer werden.

Gina-Lisa Lohfink
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Mit dem Einzug von Gina-Lisa Lohfink ins RTL-Dschungelcamp könnten dem TV-Sender Schadensersatzklagen drohen. Die Ex-Topmodel-Kandidatin behauptet zurzeit im Rahmen eines Strafverfahrens, sie sei widerstandsunfähig von zwei Männern vergewaltigt worden.

Der Berliner Strafverteidiger Christian Gerlach, der den vermeintlichen Täter Sebastian Castillo Pinto vertritt, sagte SPIEGEL ONLINE: "Wenn Frau Lohfink vor der Kamera behauptet, dass sie vergewaltigt und mit K.-o.-Tropfen betäubt wurde, darf das nicht gesendet werden."

Man werde gegen jede derartige Äußerung vorgehen und vom Sender dafür Schadensersatz verlangen. Eine entsprechende Warnung werde dem Sender zugehen. Gerlach sagte, Lohfink wiederhole die Vorwürfe ständig, obwohl die Staatsanwaltschaft sie widerlegt habe. Das sei "niederträchtig und ehrabschneidend". Den Einzug in den Dschungel habe Lohfink "auf dem Rücken und zum Schaden meines Mandanten erreicht".

Die "Bild"-Zeitung hatte berichtet, Lohfink werde im kommenden Januar in das Dschungelcamp einziehen und dafür insgesamt 150.000 Euro Gage erhalten. RTL wollte den Bericht nicht kommentieren. Die "Bild"-Zeitung gilt bei dem Thema Dschungelcamp aber als stets sehr gut informiert.

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Prozess gegen Gina-Lisa Lohfink: Spektakel vor dem Amtsgericht

Lohfink hatte die Männer 2012 wegen Vergewaltigung angezeigt. Die Staatsanwaltschaft stellte die Ermittlungen ein. Das Model ist zurzeit vor dem Amtsgericht Berlin-Tiergarten angeklagt, weil es die beiden Männer zu Unrecht beschuldigt haben soll. Einen Strafbefehl über 24.000 Euro wollte Lohfink nicht akzeptieren. Gerlach hatte sie im Namen der beiden Männer bereits Ende der vorigen Woche wegen Beleidigung, Verleumdung und übler Nachrede angezeigt.

Am Dienstag dieser Woche reichte Gerlach im Namen seines Mandanten Castillo Pinto erneut Strafanzeigen ein, die SPIEGEL ONLINE vorliegen. Lohfink wird darin eine erneute Beleidigung vorgeworfen. Sie habe bei der Verhandlung am Montag gesagt: "Diese Schweine müssen ihre Schwänze abgeschnitten kriegen. Die müssen eingesperrt werden."

Einer Zeugin werden in einer weiteren Strafanzeige Beleidigung, Verleumdung, üble Nachrede, falsche Verdächtigung und uneidliche Falschaussage vorgeworfen. Die 35-Jährige hatte vor Gericht behauptet, Castillo Pinto habe sie 2004 vergewaltigt, nachdem er ihr K.-o.-Tropfen verabreicht habe. Die Geschichte, so heißt es in der Strafanzeige, sei "erstunken und erlogen".

Gerlach sagte, man wolle für Castillo Pinto einen Unterstützerkreis organisieren. "Unser Ziel ist es, dass auch bei Verfahren wegen falscher Verdächtigung die Opfer als Nebenkläger zugelassen werden." In anderen Verfahren ist das längst üblich. Nebenkläger können eigene Beweisanträge stellen und Zeugen befragen. "Männer müssen vor unberechtigten Vorwürfen der Vergewaltigung besser geschützt werden", sagte Gerlach.

Anwalt von Gina-Lisa Lohfink

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