Prozessbeginn in Göttingen Junger Mann soll Bank falsches Gold für 300.000 Euro verkauft haben

In zehn Fällen soll ein junger Mann der Göttinger Sparkasse wertloses Metall als Gold verkauft haben. Nun muss er sich wegen gewerbsmäßigen Betrugs verantworten.
Angeklagter im Amtsgericht Göttingen

Angeklagter im Amtsgericht Göttingen

Foto: Swen Pförtner/ DPA

Ein junger Mann steht in Göttingen vor Gericht, weil er einer Bank vergoldete Metallbarren als Massivgold verkauft haben soll. 2016 gelang dem damals 18-Jährigen laut Anklage, der Sparkasse Göttingen in zehn Fällen Metall als Gold zu verkaufen, das er zuvor im Internet erworben hatte. Etwa 300.000 Euro habe er für sein Falschgold von der Bank kassiert.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem heute 21-Jährigen gewerbsmäßigen Betrug vor. Der angehende Berufskraftfahrer räumte die Vorwürfe vor dem Jugendschöffengericht über seinen Verteidiger pauschal ein. "Es wird nicht bestritten, dass es so war", sagte der Anwalt.

Warum die Sparkasse von den Falschgold-Betrügereien lange nichts bemerkte, wurde vor dem Amtsgericht bislang nicht thematisiert. Nach dem Bekanntwerden der Vorwürfe im vergangenen Jahr hatte die Bundesbank mitgeteilt, dass man von einem vergleichbaren Fall keine Kenntnis habe. Banken kauften Gold in der Regel nur unter Vorbehalt und ließen es zunächst prüfen, bevor sie den Gegenwert ausbezahlten.

Die mitangeklagte Mutter des Auszubildenden erschien nicht zum Prozess. Sie soll in einem Fall versucht haben, der Sparkasse ebenfalls wertlose Barren als Gold zu verkaufen. Das Gericht verhängte gegen die Frau auf Antrag der Staatsanwaltschaft einen Strafbefehl in Höhe von 2100 Euro. Der Prozess gegen den jungen Mann soll Mitte November fortgesetzt werden.

bbr/dpa
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