Urteil in Göttingen Mutter erschlagen und einbetoniert - 13 Jahre Haft für Sohn

Das Landgericht Göttingen hat einen 48-Jährigen wegen Totschlags verurteilt. Der Mann muss für 13 Jahre ins Gefängnis, weil er seiner Mutter mit einem Schürhaken den Schädel zertrümmerte.

Landgericht Göttingen: Angeklagter wegen Totschlags verurteilt
Swen Pförtner/DPA

Landgericht Göttingen: Angeklagter wegen Totschlags verurteilt


Ein Mann aus Herzberg am Harz ist zu 13 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden. Das Landgericht Göttingen sprach den 48-Jährigen des Totschlags schuldig. Nach Überzeugung der Richter zertrümmerte der berufs- und einkommenslose Angeklagte seiner 74 Jahre alten Mutter am 22. September 2017 im Streit mit einem Schürhaken den Schädel. Dabei sei es möglicherweise auch um die Weigerung der Seniorin gegangen, weiter für den Unterhalt des Sohnes aufzukommen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig (Az. 6 Ks 11/18).

"Die Tat war nicht von langer Hand geplant", sagte der Vorsitzende Richter in der Urteilsbegründung. Die Staatsanwaltschaft hatte eine lebenslange Freiheitsstrafe wegen Mordes aus Habgier gefordert. Die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert.

Der Angeklagte hatte die Vorwürfe bestritten und erklärt, sein dementer Vater habe die Tat begangen. Zeugen für das Verbrechen gebe es nicht, sagte der Richter. Die Kammer sei allein aufgrund von Indizien zu der Überzeugung gelangt, dass der Angeklagte seine Mutter getötet habe.

Festnahme in Schweden

Der 48-Jährige, der als einziges Kind seiner Eltern nach dem Abitur fünf Jahre lang Rechtswissenschaft studiert, aber keinen Abschluss erlangt hatte, habe sich zeitlebens mit diversen Tätigkeiten durchgeschlagen, sagte der Richter. Vor allem wegen diverser Betrügereien wurde er wiederholt zu Freiheitsstrafen verurteilt.

Während des 26 Verhandlungstage dauernden Prozesses war deutlich geworden, dass der Mann oft auf Kosten von Frauen gelebt hatte. Auch die Mutter habe ihren Sohn jahrelang unterstützt, sagte der Richter.

Im Sommer 2017, als der Sohn keine eigenen Einkünfte mehr hatte und wiederholt Geld vom Konto der Eltern für sich abbuchte, habe die 74-Jährige nicht mehr zahlen wollen. Darüber und wohl auch um die vom Sohn eigenmächtig vollzogene Unterbringung des dementen Vaters in einem Heim habe es am Tattag Streit gegeben, sagte der Richter.

Nachdem ein Polizeihund die einbetonierte Leiche der vermissten 74-Jährigen im Frühjahr 2018 aufgespürt hatte, wurde der verdächtige Sohn in Schweden festgenommen und nach Deutschland ausgeliefert.

wit/dpa



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