Organspendeskandal Ermittlungen wegen Verdachts auf fahrlässige Tötung

Die Behörden weiten im Organspendeskandal ihre Untersuchungen aus. Nun ermittelt auch die Staatsanwaltschaft Göttingen - wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung. Durch die Fälschung von Krankenakten könnten andere Patienten lebenswichtige Spenderorgane nicht bekommen haben.

Hannover/Göttingen - Im Göttinger Organspendeskandal wird nun auch wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung ermittelt. Es bestehe der Anfangsverdacht, dass durch Manipulationen in der Klinik in Niedersachsen Menschen andernorts gestorben seien, erläuterte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Göttingen, die sich inzwischen auch in den Fall eingeschaltet hat.

Zwei Ärzte sollen medizinische Daten manipuliert haben, um ihre Patienten auf der Warteliste für Spenderorgane nach oben zu schieben. Dadurch könnten andere Kranke, die kein Organ erhalten haben, gestorben sein. Die Mediziner könnten nach Worten des Staatsanwaltes fahrlässig oder bedingt vorsätzlich gehandelt haben. "Die Ermittlungen stehen aber noch ganz am Anfang", sagte Laue.

Die Anklagebehörde in Braunschweig ermittelt schon länger wegen Bestechlichkeit gegen die Mediziner. Insgesamt werden 23 Fälle aus den Jahren 2010 und 2011 untersucht.

ulz/dpa
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