Spektakulärer Goldmünzen-Diebstahl Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen drei Tatverdächtige

Im März 2017 stahlen Diebe eine zentnerschwere Goldmünze im Wert von 3,75 Millionen Euro aus dem Berliner Bode-Museum. Nun hat die Staatsanwaltschaft drei Tatverdächtige angeklagt.

DPA

Nach dem Diebstahl einer riesigen Goldmünze aus dem Bode-Museum hat die Staatsanwaltschaft Berlin Anklage erhoben. Wegen gemeinschaftlichen Diebstahls in einem besonders schweren Fall müssen sich drei junge Männer vor der Jugendkammer des Landgerichts Berlin verantworten, teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit.

Wissam R. (21 Jahre), Ahmed R. (20 Jahre) und Wayci R. (23 Jahre) werden laut Anklageschrift beschuldigt, in der Nacht des 17. März 2017 über ein Fenster in das Bode-Museum eingestiegen zu sein. Aus der Vitrine eines Ausstellungsraums sollen sie die Goldmünze "Big Maple Leaf" entwendet haben. Diese hat einen Goldwert von 3,75 Millionen Euro. Mithilfe eines Rollbretts und einer Schubkarre sollen sie die 100 Kilogramm schwere Münze zu einem Fluchtfahrzeug gebracht haben.

Informationen über den Tatort sollen die drei Männer zuvor von dem mitbeschuldigten 20-jährigen Dennis W. erhalten haben. Dieser arbeitete für ein Sicherheitsunternehmen als Wachmann im Bode-Museum. Laut Anklageschrift sollen die Tatverdächtigen die Goldmünze nach dem Diebstahl zerteilt und die Stücke verkauft haben.

Die 2007 hergestellte "Big Maple Leaf" galt als zweitgrößte Goldmünze der Welt. Sie bestand wohl zu 99,9 Prozent aus reinem Gold. Die Sonderanfertigung, von der es weltweit nur fünf Exemplare gibt, war die Leihgabe eines unbekannten Eigentümers an das Bode-Museum. Im Rahmen der Sonderausstellung "Goldgiganten" wurde sie 2010 erstmals der Öffentlichkeit gezeigt.

Nach monatelanger Fahndung wurden im Juli 2017 mehrere Tatverdächtige festgenommen. Bei ihnen soll es sich um Angehörige einer arabisch-kurdischen Großfamilie handeln, die der organisierten Kriminalität zugerechnet wird. Ein Jahr später beschlagnahmten Berliner Ermittler 77 Immobilien im Wert von 9,3 Millionen Euro, die Angehörige der Familie mit dem Erlös verschiedener Delikte erworben haben sollen.

sen



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