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Tote "Gorch-Fock"-Kadettin Jenny Böken Generalstaatsanwalt weist Beschwerde der Eltern ab

Im vorigen Jahr behauptete eine Zeugin, die "Gorch Fock"-Kadettin Jenny Böken sei 2008 ermordet worden. Jetzt ist klar: Die Ermittler müssen dem nicht mehr nachgehen. Und die Zeugin hat viel Ärger.
aus DER SPIEGEL 32/2020
Jenny Böken im Jahr 2008 an Bord der "Gorch Fock"

Jenny Böken im Jahr 2008 an Bord der "Gorch Fock"

Foto:

dpa

Im Fall der verstorbenen "Gorch Fock"-Kadettin Jenny Böken bleiben die Akten geschlossen. Ein Sprecher der Kieler Staatsanwaltschaft sagte dem SPIEGEL: Der Generalstaatsanwalt in Schleswig habe am 6. Juli eine Beschwerde der Eltern gegen die Einstellung der Ermittlungen "als unbegründet verworfen".

Böken war 2008 in der Nordsee über Bord gegangen, elf Tage später fand man ihre Leiche im Meer. Die Todesumstände sind ungeklärt. Weil eine Zeugin behauptet hatte, Böken sei ermordet worden, nahm Kiel die Ermittlungen im vorigen Jahr vorübergehend wieder auf. Am Ende glaubte man der Zeugin nicht. Gegen die Frau läuft laut Staatsanwaltschaft nun ein Verfahren wegen Vortäuschens einer Straftat.

Unzufriedene Eltern

Die Ermittler gehen im Fall Böken von einem tragischen Unfall aus. Die Eltern bezweifeln das und sehen zahlreiche Ungereimtheiten. Nachdem die Staatsanwaltschaft 2009 erstmals das Verfahren eingestellt hatte, drängten die Eltern lange vergeblich auf weitere Ermittlungen. Im Jahr 2012 wies das Oberlandesgericht Schleswig Klageerzwingungsanträge gegen Angehörige der Marine ab. Im Jahr 2015 scheiterte ein Antrag auf Wiederaufnahme.

Erst nachdem sich die neue Zeugin im September 2018 gemeldet hatte, kam wieder Bewegung in den Fall. Die Eltern halten die Staatsanwaltschaft für befangen. Einen Antrag, Kiel die Zuständigkeit zu entziehen, wies der Generalstaatsanwalt aber noch im vorigen Jahr zurück. Man sehe keine Befangenheit, hieß es.

DER SPIEGEL 32/2020

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