Rechtsstreit in USA Darf eine Angestellte "Gott segne Sie" sagen?

In den USA hat eine 34-Jährige ihren Ex-Arbeitgeber verklagt. Der hatte ihr verboten, Kunden mit dem Satz "God bless you" zu verabschieden. Ein Angriff auf die Religionsfreiheit?


Perth Amboy - "Have a good day, God bless you", "Einen schönen Tag noch, Gott segne Sie": Mit diesen Worten verabschiedete Cynthia Fernandez jeden Fahrer, der bei ihr an der Mautstelle vorbeifuhr. Ihrem Arbeitgeber aber, einer Behörde der Autobahn Garden State Parkway im Bundesstaat New Jersey, gefiel das gar nicht. Fernandez' Vorgesetzter, so erzählt sie es dem US-Sender CBS 2, habe ihr verboten, den Satz zu sagen. Manche könnten sich schließlich beleidigt fühlen.

Lange Zeit habe sie die Sache nicht angesprochen, sagt Fernandez. Schließlich habe sie ihren Job gekündigt. Damit ist das Thema für sie aber nicht beendet: Die 34-jährige Mutter dreier Kinder aus der Stadt Perth Amboy klagt jetzt gegen ihren ehemaligen Arbeitgeber, weil sie ihr Recht auf Meinungsäußerung und Religionsfreiheit beeinträchtigt sieht.

"Ich fühle mich, als würde ich für Gott Stellung beziehen", sagte sie dem Lokalsender News 12. Ihr Rechtsanwalt Greg Noble sagte CBS 2: "Mit den Worten 'Gott segne Sie' drückt sie aus, dass sie Christin ist." Es gehe darum, dass ein Arbeitgeber niemanden dabei einschränken dürfe, sich auf der Basis seiner Religion auszudrücken.

Ein Sprecher der Garden State Parkway räumte ein, die Behörde habe keinerlei Richtlinien, die verbieten würden "Gott segne Sie" zu sagen. Laut Fernandez heißt es in den Arbeitsbestimmungen, die Mitarbeiter sollten den Kunden freundlich behandeln und ihm ein Lächeln schenken. "Aber es steht mit keinem Satz geschrieben, dass man nicht 'Gott segne Sie' sagen darf."

Ein Sprecher der Behörden in New Jersey lehnte jeden Kommentar zur Anklage ab. Er sagte aber, dass Fernandez gekündigt habe, weil man ihr keine festen Arbeitszeiten einräumen wollte. In ihrem Kündigungsschreiben habe sie kein Wort zu der "Gott segne Sie"-Sache erwähnt. Fernandez verlangt von der Autobahnbehörde eine Lohnnachzahlung sowie Schadensersatz.

cib/dpa



insgesamt 53 Beiträge
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jungcut1 03.10.2014
1. Wie höflich
Zitat: "Ihr Rechtsanwalt Greg Noble sagte CBS 2: "Mit den Worten 'Gott segne Sie' drückt sie aus, dass sie Christin ist." Zitatende. Dann hätte sie halt sagen sollen, "Have a good day, I am Christian." Dann hätten sicherlich viele gedacht, was interessiert mich das. Und wenn mich jemand mit "Grüss Gott" begrüsst, dann antworte ich "Wenn Sie ihn treffen, dann auch von mir"
savageflieger 03.10.2014
2. wie sähe es wohl aus...
wenn eine Satanist entsprechend sagen würde:"Gute Fahrt, hol Dich der Teufel."?
the_speaker 03.10.2014
3. Schwachsinn
ganz ehrlich: wo ist denn das Problem? Gerade in USA, wo sogar der Präsident in seinen Reden mit "Gott bless America" endet, sollte das doch wirklich kein Problem sein. Zwar ist das Christsein in USA oft auch nur gespielt und Teil dieser schizophrenen amerikanischen Gesellschaft, aber ich persönlich fände so eine Verabschiedung erstens als sehr nett und zweitens als deutlich besser als gar keine, wie es in Deutschland bej Servicemitarbeitern meist der Fall ist.
axcoatl 03.10.2014
4. Und das Verfahren ...
... wird dann von wem angestrengt, von ihr oder von irgendeiner 'Christlichen' Organisation hinter ihr? Jede Wette: hätte sie bei der Durchfahrt einen Muslim gesehen, der zu ihr täglich 'Allah ist groß' gesagt hätte, hätte sie ebenfalls geklagt. ;-) Religion ist Privatsache, und jeder, der mir entgegensxhreit 'ich bin Christ', ist nicht freundlich, sondern will mich bekehren. Und das gefällt mir nicht.
wachner 03.10.2014
5. Nur meine Freiheit
Sehr guter von savageflieger auf den Punkt gebracht. Witzig und treffend, dabei bin ich natürlich kein Satanist. Wegen der Allgegenwart religiöser Ansichten bis hin zu den extremsten, macht es aber Spaß, ab und an damit zu provozieren.
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