Vollstreckung beantragt Schweiz will "Gotthard-Raser" im Gefängnis sehen

Ein Deutscher war mit Tempo 200 über eine Schweizer Autobahn gerast und wurde erst durch die Polizei gestoppt. Die Behörden in Bern wollen nun, dass er in seiner Heimat in Haft kommt.

Gotthard-Tunnel in der Schweiz
REUTERS

Gotthard-Tunnel in der Schweiz


Die Schweizer Strafverfolgungsbehörden wollen den als "Gotthard-Raser" bekannt gewordenen deutschen Autofahrer im Gefängnis sehen. Der Mann, der 2014 mit Tempo 200 über eine Schweizer Alpenautobahn gerast war und erst an einer Polizeisperre gestoppt wurde, soll in Deutschland zwölf Monate in Haft.

Im Februar hatte sich der Mann einer Festnahme zum Haftantritt in der Schweiz entzogen, weil er zur Gerichtsverhandlung im Tessin nicht erschienen war. Das Justizministerium in Bern habe ein "Ersuchen um Vollstreckung der Freiheitsstrafe" nach Baden-Württemberg übermittelt, sagte Sprecher Folco Galli.

Gefährliche Überholmanöver

Der Anfang 40-Jährige kommt nach Angaben der Luganer Staatsanwaltschaft aus Ditzingen bei Stuttgart. Er war im Juli 2014 mit einem deutschen Sportwagen mit stark überhöhter Geschwindigkeit in Richtung Tessin unterwegs. Auf der Autobahn gilt ein Tempolimit von 120 Kilometern in der Stunde.

Der Mann habe zudem im Gotthard-Straßentunnel andere Fahrer durch riskante Überholmanöver in Lebensgefahr gebracht. Der Sportwagen wurde konfisziert. Das Urteil lautete auf 30 Monate Haft, davon 18 auf Bewährung.

Schweizer Medien gegenüber gab der Mann sich reuelos. Er habe Spaß bei der Spritztour gehabt. Das Urteil interessiere ihn nicht. Ob die Freiheitsstrafe in Deutschland vollstreckt werden kann, hängt nach Angaben des Berner Justizministeriums davon ab, ob der Sachverhalt auch nach deutschem Recht strafbar ist.

brt/dpa



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