Grausiger Fund Vater verbuddelte tote Neugeborene im Garten

Im Garten eines Regensburger Reihenhauses hat die Polizei die Leichen von zwei Säuglingen gefunden. Die Polizei ermittelt gegen die Eltern der Kinder. Der Vater spricht von Fehlgeburten. Dass er sie vergraben hat, hält er für eine Ordnungswidrigkeit.


Regensburg - Die Eltern stünden im Verdacht, die Kinder nicht ausreichend versorgt zu haben, sagte Polizeisprecher Manfred Schiegl. Die 30-jährige Mutter und der von ihr getrennt lebende Vater wurden festgenommen, befinden sich aber inzwischen wieder auf freiem Fuß. Schiegl sagte, die Frau habe eingeräumt, im Mai 2005 Zwillinge zur Welt gebracht zu haben.

Garten des Reihenhauses in Regensburg: Die Babys sollen nach unzureichender Versorgung durch die Eltern ums Leben gekommen sein
DPA

Garten des Reihenhauses in Regensburg: Die Babys sollen nach unzureichender Versorgung durch die Eltern ums Leben gekommen sein

Der Vater der Kinder habe die Leichen im Garten des Wohnhauses, in dem er noch heute lebt, vergraben. In Interviews gab der Mann an, es habe sich um Fehlgeburten gehandelt. Seine Frau habe die Kinder in der Badewanne tot zur Welt gebracht, sagte der 36-Jährige Sat.1 Bayern. Er selbst sei zu dieser Zeit nicht im Haus gewesen. Seine Frau habe ihn später gebeten, die Kinder im Garten zu beerdigen. Sie habe nicht gewollt, dass er zur Polizei gehe.

Der Mann geht nach eigenen Angaben davon aus, dass es sich lediglich um eine Ordnungswidrigkeit handelt, da die Kinder bei der Geburt bereits tot gewesen seien. Er halte das Vergraben der Kinder nicht für moralisch verwerflich, sagte der Mann in dem Interview mit "17.30 live für Bayern". Er habe keinen Kontakt mehr zu seiner Ex-Frau, von der er sich im Januar getrennt habe. Die Mutter der Zwillinge lebe mit einem neuen Lebensgefährten, der wegen Drogendelikten im Gefängnis sitze, ebenfalls in Regensburg.

Die Kriminalpolizei bestätigte die Aussagen des Mannes nicht und wollte zunächst auch keine Angaben über den Inhalt der Vernehmungen des Paares machen. Die Staatsanwaltschaft sah keine Fluchtgefahr und beantragte deshalb auch keinen Haftbefehl.

Eine Obduktion soll nun klären, warum die Kinder starben, wie alt sie waren und ob sie lebensfähig waren. Möglicherweise sind die Säuglinge verdurstet. Das Geschlecht der Neugeborenen konnte zunächst nicht festgestellt werden. Die Polizei hatte die Suche nach den Leichen nach einem Hinweis aus dem Bekanntenkreis der Eltern eingeleitet.

Beim Aufgraben des Gartens habe man die Skelette dann gefunden. Gegen die Eltern werde weiter ermittelt. Ergebnisse wollen Polizei und Staatsanwaltschaft erst in einigen Tagen bekannt geben.

han/dpa/AP



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